Sport : Peking im Blick

Beachvolleyball: Brink-Abeler/Jurich überzeugend raus

Frank Bachner

Berlin - Am Ende gab’s Küsschen, linke Wange, rechte Wange, gegenseitiges Schulterklopfen und ein paar nette Worte am Netz. Es hatte halt jedem Spaß gemacht. Kerri Walsh und Misty May-Treanor, die Olympiasiegerinnen und Weltmeisterinnen aus den USA, hatten gewonnen, und Rieke Brink-Abeler sowie Hella Jurich hatten sich nicht demütigen lassen. Sie waren nur 15:21, 16:21 unterlegen, sie hatten immerhin das Viertelfinale des Grand Slam im Beachvolleyball in Berlin erreicht, und sie gewannen gestern nicht bloß 13 200 Dollar, sondern vor allem 480 Weltranglistenpunkte. Das ist wichtig, denn in Berlin geht es für die deutschen Beachvolleyballerinnen vor allem um Punkte für die Olympia-Qualifikation. „Für Peking gibt es ein Kopf-an-Kopf-Rennen“, sagte Hella Jurich.

Sie hat mit Rieke Brink-Abeler und dem fünften Platz von Berlin entscheidend Boden gut gemacht in diesem Rennen. Denn jetzt liegen sie in der deutschen Rangliste auf Platz zwei, vor Stephanie Pohl und Okka Rau. Das Duo vom Hamburger SV landete gestern nur auf Platz 17. „Das ist enttäuschend“, sagte Okka Rau. Vor allem, weil nur zwei Teams zu den Olympischen Spielen dürfen. Jahrelang gehörten Pohl/Rau unangefochten zur deutschen Spitze, jetzt haben sie plötzlich starke nationale Konkurrenz, und deshalb hat ihre 1:2-Niederlage am Freitag gegen die Brasilianerinnen Adriana Behar/Shelda Bede einige Bedeutung. Pohl/Rau scheiterten mal wieder an ihren zu schwachen Aufgaben. Pohl kommt manchmal auf 70 km/h, Laura Ludwig aber schlägt den Ball konstant mit 80 km/h übers Netz. Auch deshalb bilden Laura Ludwig und Sara Goller (beide Hertha BSC) derzeit das zweite deutsche Paar für Olympia. Das Duo schied zwar auch aus, aber eine Runde später als die Hamburgerinnen. Und damit vergrößerte es den verbandsinternen Vorsprung.

Das bemerkten gestern allerdings relativ wenige Zuschauer auf der Anlage am Hauptbahnhof. Heute, bei Sonnenschein, wird es wahrscheinlich anders sein. Zudem ist der Eintritt frei. Vor allem aber sind die deutschen Männerteams noch im Rennen. Brink/Dieckmann, Reckermann/Urbatzka, Matysik/Uhrmann und Klemperer/Koreng haben sich für die K.o-Runde qualifiziert. Frank Bachner

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