Sport : Perfekte Premiere

Marco Koch holt die erste WM-Medaille für die deutschen Beckenschwinmer, Britta Steffen wird Sechste.

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Kopie der Kopie der Kopie. Marco Koch ging das Finale über 200 Meter Brust an wie schon das Halbfinale und den Vorlauf. Mit Erfolg – in seinem ersten WM-Finale reichte es für den Beckenschwimmer in Barcelona gleich zu Silber. Foto: dpa
Kopie der Kopie der Kopie. Marco Koch ging das Finale über 200 Meter Brust an wie schon das Halbfinale und den Vorlauf. Mit Erfolg...Foto: REUTERS

Marco Koch hatte am Freitagabend zwar zu annehmbarer Zeit den Weg in sein Hotelbett gefunden. Doch an Schlaf war für den deutschen Beckenschwimmer nicht zu denken. „Im Bett war ich um elf, geschlafen habe ich um zwei Uhr immer noch nicht. Dabei war ich hundemüde“, sagte der 23-Jährige einen Tag nach seinem überraschenden zweiten Platz über 200 m Brust. Es war die erste deutsche Medaille gewesen bei den Weltmeisterschaften im Palau Sant Jordi von Barcelona. Und Marco Koch war dieser Erfolg nicht einmal schwer gefallen.

„Ich bin einfach dasselbe Rennen geschwommen wie gestern schon, und wie gestern Morgen auch schon“, erinnerte sich der angehende Student der Wirtschaftspsychologie kurz nach seinem Triumph an sein Halbfinale und den Vorlauf, die er einfach kopiert habe. „Es gab“, meinte Koch zudem, „ja keinen Grund, warum ich langsamer schwimmen sollte als bisher. Und dann war ich eben einfach noch einen Tick schneller als vorher.“

Das reichte zum zweiten Platz hinter dem Ungarn Daniel Gyurta – ein Klassement, über das sich Koch allerdings verdutzt zeigte. „Dass es für eine Medaille reicht, hätte ich nicht gedacht.“ Zum ersten Mal überhaupt stand er in Barcelona in einem WM-Finale. „Erstes Finale, erste Medaille – perfekt“, lautete Kochs entsprechender Kommentar.

Die Selbstsicherheit, die Koch vom ersten bis zum finalen Start zeigte, führte er in erster Linie auf eine Entscheidung zurück, die er nach seinem 13. Platz über 200 Meter Brust bei den Olympischen Spielen im Vorjahr getroffen hatte: erst möglichst kurz vor seinem Event in Barcelona einzutreffen. „Ich mag es nicht, früh an einem Wettkampfort zu sein“, sagte er und erzählte von Olympia: „In London war ich zehn Tage vor meinem ersten Rennen da. Dabei geht nach und nach die Spannung verloren“, sagte Koch. In Barcelona traf er erst am Sonntag ein, am Donnerstag absolvierte er dann seinen Vorlauf.

„Die Erfahrung der letzten Jahre, mit solchen Situationen und dem Druck umzugehen, hat mir hier sicher geholfen“, ahnte der gebürtige Darmstädter, der noch zu Hause bei seiner Mutter wohnt. Entsprechend nannte er sein Programm für den bevorstehenden Abend: „Ich genieße das im Stillen. Ich rufe meine Familie an und gehe dann ins Bett. Schlafen.“ Dass sich das verzögern sollte, ahnte er da noch nicht.

Über solche Dinge machte sich Steffen Deibler keine Gedanken, er hatte andere Sorgen. In seinem Halbfinale über 100 Meter Schmetterling donnerte die Weltelite derart durch das Becken, dass der Weltjahresbeste auf dieser Strecke nur als Sechster anschlug – und trotzdem als Siebtbester ins Finale am Samstagabend (nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe) einzog. Der Schnellste im Halbfinale, der Amerikaner Ryan Lochte, war nur drei Zehntelsekunden schneller als der Weißrusse Yauhen Tsurkin auf Rang acht. Ob Deibler diese extreme Dichte der Konkurrenz erschrocken habe? „Wir sind hier schließlich bei einer WM“, sagte er.

Britta Steffen schaffte es in ihrem ersten 100-Meter-Finale bei einem großen internationalen Event seit 2009 auf Platz sechs, die 29-Jährige verbesserte ihre 53,85 Sekunden aus dem Halbfinale nochmal um eine Zehntelsekunde und meinte anschließend: „Ich denke, ich kann zufrieden sein. Das war das schnellste Finale, das man auf dieser Strecke bisher erlebt hat.“ Weiterhin offen bleibt die Frage, ob Britta Steffen ihre Karriere nach der WM fortsetzen wird. In Barcelona freut sie sich erst einmal auf ihren letzten Einsatz in der Lagenstaffel. Danach geht es in den Urlaub – „und dann“, erklärte sie, „werde ich mir Gedanken machen, wie alles in meinem Leben so weitergeht.“ Sprach Steffen und ließ auch mit Blick auf die Heim-EM im nächsten Jahr viel Platz für Spekulationen: „Auf jeden Fall will ich gern dabei sein. Bloß in welcher Form ist mir noch nicht ganz bewusst.“

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