Sport : Peters setzt DFB unter Druck

Hockey-Coach will nicht länger auf ein Angebot des Fußball-Bundes warten

Stefan Hermanns[Mönchengladbach]

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) pflegt ein Verhältnis freundschaftlicher Kooperation mit dem Deutschen Hockey-Bund (DHB). Erst am Freitag kam es wieder zum Austausch von Nettigkeiten: Die sportliche Leitung der Fußball-Nationalmannschaft hatte die Hockey-Nationalspieler zu ihrem Länderspiel gegen Kolumbien in den Mönchengladbacher Borussia-Park eingeladen, als Dank erhielt Oliver Bierhoff, der Manager der Fußballer, ein Trikot der Hockey-Nationalmannschaft. Der Kontakt läuft vor allem über Bernhard Peters. Der Hockey-Bundestrainer ist mit seinem Kollegen Jürgen Klinsmann befreundet und ein wichtiger Ratgeber für ihn. Auch deshalb möchte Klinsmann Peters gerne zum DFB holen. Doch danach sieht es im Moment nicht aus.

„Das ist immer noch in der Diskussion“, sagt Bernhard Peters. „Aber der DFB muss jetzt mal konkret sagen, was los ist, sonst werde ich in absehbarer Zeit eine andere interessante Aufgabe annehmen.“ Jürgen Klinsmann hatte sich Anfang des Jahres dafür stark gemacht, Peters auf den neu geschaffenen Posten des Sportdirektors beim DFB zu holen, doch mit dieser Vorstellung hatte er sich gegen die Widerstände im Verband nicht durchsetzen können. Anstelle des Hockey-Bundestrainers bekam Matthias Sammer die Anstellung. Zugleich aber kündigte der DFB an, mit Peters über eine Zusammenarbeit verhandeln zu wollen. Seitdem sind fast vier Monate vergangen, ohne dass sich am Sachstand etwas Entscheidendes verändert hätte.

Peters hat sich einmal mit Sammer getroffen, einmal haben sie länger telefoniert. „Er ordnet sein Feld und erstellt sein Konzept“, sagt der Hockey-Bundestrainer. „Ich weiß immer noch nicht, ob ich da reinpasse.“ Peters hat nach eigener Aussage noch zwei andere Angebote, bei denen schon in den nächsten zwei, drei Wochen eine Entscheidung fallen könne; auch die Möglichkeit, beim Hockey-Bund zu bleiben und dort die Verantwortung für das Leistungssportmanagement zu übernehmen, bestehe weiterhin.

Peters hält einen Wechsel zum DFB nach wie vor für „eine interessante Option“, allerdings hängt dies auch davon ab, ob Klinsmann nach der Weltmeisterschaft Bundestrainer bleibt oder nicht. „Mir wäre es allemal lieber, wenn Jürgen Klinsmann dabei ist“, sagt Bernhard Peters. „Sonst käme das für mich sicher nicht so sehr in Frage.“

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