Petkovic, Lisicki und Kerber : Von der goldenen zur verlorenen Generation

Angelique Kerber, Sabine Lisicki und nun auch Andrea Petkovic - die besten deutschen Tennisspielerinnen sind bei den Australian Open schon ausgeschieden. Was in dieser Form überraschend ist, passt zum Trend der letzten Jahre. Ein Kommentar!

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Andrea Petkovic (l.) und Angelique Kerber (r.) zusammen mit der Teamchefin Barbara Rittner beim Fed-Cup-Finale gegen Tschechien - das letztlich verloren wurde.
Andrea Petkovic (l.) und Angelique Kerber (r.) zusammen mit der Teamchefin Barbara Rittner beim Fed-Cup-Finale gegen Tschechien -...Foto: dpa

Irgendwie ist es immer das Gleiche mit den deutschen Tennisspielerinnen. Vor beinahe jedem Grand-Slam-Turnier sind die Hoffnungen auf einen Titel groß, am Ende erfüllen sie sich zuverlässig nicht. Bei den diesjährigen Australian Open sind die drei besten deutschen Frauen allesamt gleich in der ersten Runde ausgeschieden. Gegen Kontrahentinnen vom Kaliber Madison Brengle, Irina Camelia-Begu und Kristina Mladenovic. In dieser Form war das vielleicht nicht zu erwarten, andererseits stagnieren Angelique Kerber, Sabine Lisicki und Andrea Petkovic nun schon seit Jahren.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Kerber hat sich zwar in den Top Ten der Weltrangliste etabliert, eine wirkliche Siegspielerin ist sie allerdings nicht. Bei allem vorbildlichen Einsatz fehlt ihr vielleicht das entscheidende Fünkchen spielerische Raffinesse. Über die verfügt normalerweise eine Andrea Petkovic, doch bei ihr spielt sich oftmals zu viel im Kopf ab. Dass zu viel Denken dem eigenen Spiel eher abträglich ist, erklärte sie gerade erst in einem großen Interview mit dem Tagesspiegel. Und so schwanken ihre Leistungen immer wieder zwischen Welt- und Kreisklasse.

Und Sabine Lisicki? Sie vor allem hatte die Hoffnung genährt, dass ein großer Titel tatsächlich irgendwann einmal drin sein könnte. Nach ihrem Einzug ins Wimbledon-Finale 2012 machte sie aber abseits des Tennisplatzes mehr Schlagzeilen als in ihrem eigentlichen Beruf. Die Folge waren zahlreiche Trainerwechsel und viele enttäuschende Niederlagen.

Nun mag der eine oder andere auf die Erfolge im Fed-Cup hinweisen. Doch auch wenn die deutschen Frauen im vergangenen Jahr das Finale erreicht haben - im entscheidenden Moment durften wieder die Gegnerinnen jubeln. Und so langsam läuft Kerber, Lisicki und Petkovic die Zeit davon. Bei den Frauen drängen viele junge Spielerinnen nach, für die etablierten wird es zunehmend schwerer. Aus der vermeintlich goldenen deutschen Generation droht eine verlorene zu werden. Das Abschneiden bei den Australian Open 2015 hat das nur bestätigt.

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