Pferdesport : Deutschland triumphiert beim Nationenpreis

Olympia-Test gemeistert: Die deutschen Springreiter haben zum dritten Mal nacheinander den Nationenpreises beim CHIO in Aachen gewonnen. Zuvor war bereits das Dressurteam siegreich gewesen - mit deutlichem Vorsprung.

Michael Rossmann[dpa]
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In Topform: Der deutsche Springreiter Christian Ahlmann auf seinem Pferd "Cöster" . -Foto: dpa

AachenMit Bravour haben die deutschen Springreiter ihre Olympia-Generalprobe bestanden. Beim Nationenpreis des CHIO in Aachen feierten sie am Donnerstagabend vor 37.000 Zuschauern den Hattrick. Schon vor dem letzten Ritt stand der erneute Erfolg fest. Die Sieger waren so überlegen, dass Europameisterin Meredith Michaels-Beerbaum als Schlussreiterin gar nicht mehr starten musste. In der Dressur war zuvor dem deutschen Team der 31. CHIO-Sieg gelungen, so dass es wie 2006 und 2007 einen deutschen Doppel-Erfolg gab.

Den Grundstein für den erneuten Sieg der Springreiter hatte die Gastgeber-Equipe bereits in der ersten Runde gelegt. Zwar patzte Marco Kutscher (Riesenbeck) mit Montender und lieferte das Streichergebnis, aber seinen Teamkollegen unterlief kein Abwurf. Christian Ahlmann (Marl) ritt mit Cöster völlig makellos, während Ludger Beerbaum (Riesenbeck) mit All Inclusive und seine Schwägerin Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) mit Shutterfly jeweils einen Strafpunkt für Zeitüberschreitung erhielten.

Ahlmann und Beerbaum sicherten den vorzeitigen Sieg

In der zweiten Runde verlief es ähnlich. Bei Kutscher und seinem Hengst, der in der vergangenen Saison lange verletzt war, purzelten erneut zwei Stangen. "Es ist nicht zu ändern", sagte Bundestrainer Kurt Gravemeier. Und die Kollegen mussten es wieder retten. Ahlmann und Beerbaum sicherten den vorzeitigen Sieg, Michaels-Beerbaum durfte mitfeiern, ohne ein zweites Mal reiten zu müssen. Die Stärke der Kollegen und die Fehler der Konkurrenz machten es möglich.

Ihre derzeitige Topform bewiesen Michaels-Beerbaum und Shutterfly aber auch in nur einer Runde. Der Wallach bestätigte ihre Einschätzung: "Er ist das beste Pferd der Welt." So sind sie auch die Favoriten für den Großen Preis am Sonntag. "Ich bin gerne Favoritin, denn das heißt ja, dass ich und das Pferd gut sind", sagte die Europameisterin.

Besonders erfreulich war der Abend vor allem für Ahlmann. Der Doppel-Europameister von 2003 musste vor zwei Wochen ein Turnier in Cannes abbrechen, weil sein Olympiapferd Cöster eine rätselhafte Rückenverletzung erlitt. Der CHIO in Aachen ist für den 15-jährigen Wallach der Härtetest, den er am Donnerstag glänzend bestanden hat. Cöster lief tadellos, auch wenn ausgerechnet am letzten Hindernis eine Stange fiel. "Ich habe zu viel an die Zeit gedacht", sagte Ahlmann: "Da gab es den Netzroller."

Deutsches Dressurteam siegt mit deutlichem Vorsprung

Fünf Stunden zuvor hatte das Dressurteam trotz eines Absturzes des Senkrechtstarters Matthias-Alexander Rath den Sieg gefeiert. Mit deutlichem Vorsprung gewann das Gastgeber-Quartett im Nationenpreis, obwohl der Debütant mit seinem Einbruch für eine böse Überraschung gesorgt hatte. Überragend war wieder einmal Isabell Werth: Der Dressur-Königin gelang ein Doppel-Sieg. Sie hatte mit ihrem Wallach Warum nicht auch einen Grand Prix des Rahmenprogramms für sich entschieden.

"Das war die beste Prüfung, die er je gegangen ist", schwärmte Werth nach ihrem Siegritt mit Satchmo. "Er war so locker. Das war spitze." Mit 220,959 Prozent gewann das Gastgeber-Team deutlich vor den Niederlanden (207,708) und Dänemark (205,833). Mit Blick auf die Olympischen Spiele in Hongkong hat der 31. Mannschaftssieg in Aachen allerdings wenig Aussagekraft. Die Niederländer, die wieder als Hauptkonkurrent beim Kampf um die Goldmedaille gelten, waren in Aachen nur mit einer zweitklassigen Besetzung am Start. "Das kann ich verstehen, dass sie hier nicht gegen uns antreten", sagte Bundestrainer Holger Schmezer. "Ein Sieg ist aber trotzdem ein Sieg."

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