Podolskis Heimkehr nach Köln : Zahl' den Lukas

Der 1. FC Köln ist erfinderisch, um den Transfer von Lukas Podolski, der im Sommer vom FC Bayern zurückkommt, zu refinanzieren. Schon jetzt werben die Kölner mit Podolski - und spielen am Sonnabend gegen ihn.

Jörg Strohschein[Köln]
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Leiser Torjubel. Podoski nach einem Treffer im Hinspiel gegen Köln.Foto: dpa

Das Bild ist noch lange nicht fertig. Einige Farbtupfer sind zwar bereits zu sehen, aber Lukas Podolski ist noch deutlich als grauer Schatten im Hintergrund erkennbar. Jedes Pixel dieses Bildes, dass sich beim Aufrufen der vereinseigenen Homepage öffnet, wird zum Kauf angeboten. Würden alle 37 500 Bildpunkte verkauft, hätte der 1. FC Köln rund eine Million Euro eingenommen und damit die finanzielle Last der Rückholaktion des 23-Jährigen, der im Sommer aus München nach Köln zurückkehrt, ein wenig abgefedert.

Die Bayern wundern sich

Auch sonst ist der Klub nicht zimperlich, wenn es darum geht, möglichst schnell Geld mit dem zwischenzeitlich verlorengegangenen Sohn zu verdienen. Im Fanshop der Rheinländer gibt es derzeit etliche T-Shirts und andere Devotionalien zu erwerben, auf denen Lukas Podolski als FC-Werbeträger lächelnd abgebildet ist. Die Marketingabteilung der Kölner lässt jedenfalls keine Möglichkeit aus, die Hoffnungen, die sich mit diesem Transfer am Rhein verbinden, in bare Münze zu verwandeln. Die Erfüllung der Kölner Träume ist schließlich kostspielig. Rund 22 Millionen Euro dürfte den FC dieser auf vier Jahre befristete Deal kosten. Aufgeteilt in rund zehn Millionen Euro Ablöse plus Gehaltskosten, die jährlich rund drei Millionen Euro betragen dürften. Eine finanzielle Belastung für den FC, die selbst den Vertragspartner aus München zur Zurückhaltung veranlasst. „Ich finde es schon lustig, dass die Kölner Lukas Podolski jetzt schon vermarkten, obwohl sie ihn erst am 1. Juli haben. Aber der FC Bayern ist ein großer und großzügiger Verein, dagegen gehen wir nicht vor, gönnen wir ihnen das“, sagt Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

In fünf Jahren soll Köln ein Spitzenverein sein

Der Kölner Manager Michael Meier wird diese Stimmen aus München gerne vernehmen, denn nicht zuletzt mit diesem Transfer habe der Klub „drei Schritte auf einmal gemacht. Aber wir sind noch weit weg vom FC Bayern, vom Uefa Cup und der Champions League“. Der Traditionsklub Köln müsse „seinen eigenen Weg gehen. „Für uns ist wichtig, in der Transferpolitik so wenig Fehler wie möglich zu machen. Die Voraussetzungen in Köln sind gut“, sagt Meier. In fünf, sechs Jahren soll sich der Klub sukzessive zum einem Spitzenverein in der Bundesliga gemausert haben – so die Voraussagen. Unterstützung scheint der Klub auch von großen ortsansässigen Firmen zu bekommen. So soll der Rewe-Konzern dem Klub mit mehreren Millionen Euro zur Seite stehen. Beide Seiten kommentieren dies aber nicht.

Köln braucht Podolskis Siegermentalität

Podolski dagegen hat derzeit andere Sorgen. Er gehört heute erstmals seit Wochen wieder zum Spielerkader des FC Bayern, der ausgerechnet gegen seinen alten, neuen Klub im Münchner Stadion antreten wird. Beim 3:0 der Münchner im Hinspiel in Köln hatte Podolski als Einwechselspieler einen Treffer erzielt. „Ich versuche, die nächsten Monate Gas zu geben und mich mit dem einen oder anderen Titel zu verabschieden“, sagt Podolski. „Die Siegermentalität des FC Bayern erwarte ich von Lukas. Das ist die Mentalität, die der 1. FC Köln braucht, wenn er wieder dorthin gelangen will wo der Klub schon einmal war“, sagt Manager Meier. Für das viele Geld erwarten die Kölner eine Gegenleistung.

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