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Pokal-Aus für Werder Bremen : Kontinuierlich in der Krise

31.07.2011 17:33 Uhrvon
Ratlos: Werder-Trainer Thomas Schaaf verfolgt das Spiel seiner Mannschaft mit genervter Miene. Foto: dpaBild vergrößern
Ratlos: Werder-Trainer Thomas Schaaf verfolgt das Spiel seiner Mannschaft mit genervter Miene. - Foto: dpa

Der SV Werder Bremen knüpft nahtlos an die letzte Saison an. Der Zorn der Fans richtet sich gegen Mannschaft und Manager.

Werder Bremen macht dort weiter, wo es in der vergangenen Saison aufgehört hatte. Es brauchte gerade einmal 90 Minuten im DFB-Pokal und der Bundesligist steckt nach der blamablen 1:2-Niederlage beim Drittligisten 1.FC Heidenheim wieder mitten in der Krise. Oder immer noch? Denn auch während der Sommerpause kehrte keine Ruhe ein an der Weser. Der einstige Vorzeigeklub, gleichermaßen gerühmt für sein familiäres Kuschelklima, sein seriös-hanseatisches Wirtschaften und seinen offensiven Hurra-Fußball, macht skandalerprobten Klubs wie Eintracht Frankfurt oder dem FC Schalke in Sachen sinnfreier Machtkämpfe längst Konkurrenz. Und fußballerisch präsentiert sich Werder wie ein potenzieller Absteiger.

„Wir haben verloren. Das ärgert uns maßlos und hebt auch nicht gerade das Selbstvertrauen. Aber wir haben noch die ganze Saison vor uns“, sagte Trainer Thomas Schaaf. Geschäftsführer Klaus Allofs sprach zuerst von einem „kleinen Schock“, dann sagte er, auch im Hinblick auf dringend benötigte Einnahmequellen: „Materiell und vom Image her ist das ein großer Schaden für den Verein.“

Nachdem Werder in der vergangenen Saison in die Abstiegszone gerutscht war, hatten die Fans einmal den Mannschaftsbus aufgehalten, nach einer 0:4-Niederlage beim Hamburger SV. Die Spieler stiegen aus, sie stellten sich den Fans. Man diskutierte miteinander, Trainer Thomas Schaaf wurde in Sprechchören gefeiert. Nach der Niederlage gegen Heidenheim wollten die Fans nicht einmal mehr mit dem Team sprechen. Mehrere Dutzend Fans blockierten den Mannschaftsbus eine Viertelstunde lang. Sie riefen: „Wir haben die Schnauze voll.“ Und: „Allofs raus.“

Neu ist, dass sich der Zorn nun auch gegen den Sportdirektor richtet. Allofs hatte bislang, genau wie der Trainer, ein so hohes Ansehen bei den Fans, dass er über jede Kritik erhaben war. Bei dem in den vergangenen Wochen öffentlich ausgetragenen Machtkampf mit dem Aufsichtsratvorsitzenden Willi Lemke hatte Allofs die Sympathien der Anhänger noch klar auf seiner Seite gehabt. Ein Blick in das Forum der Werder-Fans reichte, um eben das festzustellen. Allofs war in den Augen der Anhänger der Gute, Lemke die Spaßbremse. Er hatte seine Zustimmung zu weiteren Transfers verweigert, aber gleichzeitig am Saisonziel festgehalten – dem Erreichen eines internationalen Wettbewerbs. Die Kassen seien leer, so Lemke. Es gäbe kein Geld für Neuverpflichtungen, selbst wenn mit Per Mertesacker, Naldo und Sebastian Prödl noch so viele Innenverteidiger verletzungsbedingt fehlen würden.

Einblick in die Finanzen bei Werder hat lediglich der Aufsichtsrat des Vereins. Der Rest im Umfeld des Klubs rätselt, wie es nur so weit kommen konnte. Wo sind die Millionen aus der Champions League, aus den Verkäufen von Mesut Özil und Diego im Jahr zuvor?

Allofs hatte zwischenzeitlich sogar mit seinem Rücktritt gedroht. Seine vakante Vertragsverlängerung knüpfte er an die Zustimmung für weitere Transfers, die auch der Trainer vehement forderte. Nach einer gemeinsamen Erklärung von Aufsichtsrat und Geschäftsführung gab es schließlich die Freigabe für die Ausleihe des Innenverteidigers Sokratis Papastathopoulos. Der wirkte in Heidenheim zusammen mit Andreas Wolf im Zentrum einer schwachen Viererkette oft überfordert. Eigentlich wollten Trainer Schaaf und Allofs auch noch den Mittelfeldspieler Aleksandar Ignjovski holen. „Seine Verpflichtung wäre eine Investition für die Zukunft“, sagte Allofs. Eine Entscheidung soll in den nächsten Tagen fallen.

Werder hofft nun auf die baldige Rückkehr der Verletzten. Und auf einen besseren Start in die Bundesliga am kommenden Samstag beim Heimspiel gegen Kaiserslautern. „Da müssen wir Vollgas geben“, sagte Torhüter Tim Wiese. Mit Vollgas weiter in die Krise? Oder zurück dorthin, wo sich der Klub selbst immer noch sieht – in die Spitzengruppe der Liga?

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