Sport : Politik mit Ball

Die Geschichte des spanischen Fußballs

Mathias Klappenbach

„Nie, niemals werde ich zugeben, dass ein Tor von Real Madrid nicht abseits war, nicht mal wenn es sich um ein Elfmetertor handelt. Der fußballerische Franquismus hat mich gelehrt, einen Elfmeter von einem Abseitselfmeter zu unterscheiden.“ Das sagt nicht irgendein Fan, sondern der Schriftsteller Juan García Hortelano. Eine der vielen Stimmen, die Javier Cáceres in seiner detailreichen Geschichte des spanischen Fußballs zu Wort kommen lässt. Fußball ist in Spanien immer auch die Fortsetzung von Politik mit anderen Mitteln.

Eine Zeit lang fragt man sich beim Lesen, wann denn nach den erhellenden Vereinsgeschichten von Real, dem FC Barcelona oder des nur baskische Spieler einsetzenden Athletic Bilbao ein Kapitel über die ewig scheiternde Nationalmannschaft kommt. Es kommt zum Schluss, und da hat man längst verstanden, warum sie in dem Land, in dem Fußball immer etwas Magisches und etwas Regionales haben muss, nur eine untergeordnete Rolle spielt. Genauso wie der Umstand, ob bei Barcelona gegen Real gerade Ronaldinho gegen Ronaldo spielt. Es geht nämlich um viel mehr.

— Javier Cáceres: Fútbol. Spaniens Leidenschaft. Kiepenheuer & Witsch, 195 Seiten, 7,95 Euro.

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