Portugals Trainer Paulo Bento : "Cristiano Ronaldo allein reicht nicht"

Paulo Bento, der Trainer des ersten deutschen Gruppengegners Portugal, spricht im Interview mit dem Tagesspiegel über die Deutsche Nationalmannschaft, die "Todesgruppe" und seinen Superstar Cristiano Ronaldo.

Vitor Alvarenga
Paulo Jorge Gomes Bento ist mit 42 Jahren der jüngste Trainer aller Teilnehmer bei der Europameisterschaft 2012.
Paulo Jorge Gomes Bento ist mit 42 Jahren der jüngste Trainer aller Teilnehmer bei der Europameisterschaft 2012.Foto: dapd

Herr Bento, die EM beginnt für Portugal mit einem echten Knaller, Auftaktgegner Deutschland gilt als einer der Favoriten.

Und das völlig zu Recht, die Deutschen haben kaum Schwächen. Im Vergleich zur Weltmeisterschaft vor zwei Jahren hat sich das Team sogar noch weiterentwickelt.

Wer bereitet Ihnen die größten Sorgen? Mesut Özil, Thomas Müller, Bastian Schweinsteiger?

Alle drei sind hervorragende Fußballer, aber am meisten begeistert mich ihre Organisation. Gerade nach Ballgewinnen, im Umschalten von Defensive auf Angriff sind die Deutschen fantastisch. Es wird ein sehr schweres Spiel für uns!

Den zweiten Gegner Dänemark kennen Sie bereits aus der Qualifikation. Dänemark wurde Gruppensieger ...

Ja, aber man kann eine Endrunde nicht mit der Qualifikation vergleichen. Fakt ist: Die Dänen verfügen über ein sehr stabiles Team und haben uns große Probleme bereitet. Von den letzten vier Duellen konnten wir nur eins gewinnen.

Im „Endspiel“ der Gruppenphase wartet mit Holland ein weiterer Titelfavorit.

Auch die Holländer verfügen über enorme Qualität – als Team, aber auch individuell. Sie sind amtierender Vizeweltmeister und haben in der Qualifikation nur ein Spiel verloren. Ihren Spielstil haben sie über Jahrzehnte kultiviert, wie immer werden sie sehr variabel spielen und viel Ballbesitz haben.

Mit Cristiano Ronaldo, Pepe und Fabio Coentrao sind drei ihrer wichtigsten Spieler Spanischer Meister geworden.
Das stärkt das Selbstbewusstsein, erzeugt in unserer Heimat aber auch zusätzlichen Erfolgsdruck. Das positive Signal ist: Mehrere portugiesische Spieler sind feste Größen bei europäischen Spitzenklubs. Cristiano Ronaldo ist ein absoluter Ausnahmespieler, aber trotzdem dürfen wir nicht erwarten, dass er all unsere Probleme im Alleingang löst. Die Vorrunde können wir nur dann überstehen, wenn wir als Mannschaft funktionieren. Gelingt uns das, wird Ronaldo schon von ganz allein glänzen.

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