Sport : Premiere an der Alten Försterei

Freiburgs Torwart Richard Golz kommt aus Berlin, doch bei Union ist er heute zum ersten Mal

Christoph Kieslich

Freiburg. Schön, wenn man sich im Alter von 34 Jahren und nach 16 Spielzeiten als Fußballprofi noch auf kleine Premieren freuen kann. Richard Golz jedenfalls geht es so, wenn er am Montag (20.15 Uhr, live im DSF) mit dem SC Freiburg im Stadion an der Alten Försterei aufläuft. Bereits mit 17 Jahren hat der aus dem Bezirk Reinickendorf stammende Golz Berlin verlassen und beim Hamburger SV seine erfolgreiche Karriere als Torwart begonnen. Abstecher nach Berlin waren natürlich durch den Spielplan diktiert – aber beim 1. FC Union, im Stadion an der Alten Försterei, hat Golz noch nie gespielt.

„Nach Berlin zu kommen, ist für mich immer etwas Besonderes“, sagt Golz. „Die Stadt hat sich in den vergangenen Jahren ständig verändert. Bei Union war ich noch nie, deshalb freue ich mich diesmal ganz besonders.“ Es wird auch Zeit, an der Alten Försterei die Visitenkarte abzugeben, denn allzu lange wird Golz nicht mehr im Tor stehen. Sein Vertrag in Freiburg wurde nach der Hinserie um eine Saison verlängert, und der stattliche 1,99 Meter messende Golz kommt damit seinem persönlichen Ziel näher, ein Jubiläum zu feiern: 398 Spiele hat er in der Ersten Bundesliga absolviert. Wenn es 400 Partien werden sollen, dann müssen die Freiburger aufsteigen. Denn nach der kommenden Saison soll Golz ins Management des Vereins wechseln.

Das Unternehmen Aufstieg lief für die Freiburger zuletzt eher durchwachsen, vor dem 2:0 gegen Eintracht Braunschweig am Montag lag ein für die Badener unbefriedigendes Gastspiel beim VfB Lübeck, wo sie 0:2 unterlagen. Damals reisten die Freiburger trotz schwieriger Platzverhältnisse in Lübeck mit unzureichendem Material an. Ein Großteil der Spieler hatte erhebliche Probleme mit der Standfestigkeit. „Ich gehe davon aus, dass wir in Berlin 20 Kisten voller Schuhe dabei haben“, sagt Verteidiger Lars Hermel. Gegen Braunschweig war ausreichend und vor allem passendes Schuhwerk vorhanden, das Resultat aus Freiburger Sicht befriedigend. Der Tabellenletzte kam zu keiner einzigen Torchance. „Wir haben unsere Lehren aus der Niederlage in Lübeck gezogen“, sagt Volker Finke. Allein vor den Platzverhältnissen an der Alten Försterei hat der Freiburger Trainer ein wenig Angst: Während der Woche liefen seine Spieler jedenfalls schon mal die ungeliebten Stollenschuhe ein.

Sollte Freiburg bei Union ein Erfolgserlebnis haben, dann wäre der momentane Tabellenvierte aus dem Breisgau dem Aufstieg sicher wieder ein kleines Stück näher gerückt. Dass der Weg zurück in die Bundesliga für den letztjährigen Absteiger SC Freiburg diese Saison insgesamt recht steiniger Natur ist, überrascht Richard Golz übrigens nicht. „In den kühnsten Träumen hat man sich das in Freiburg vielleicht einfacher vorgestellt“, sagt der Freiburger Torwart. „Aber jedes Spiel ist eng, und entsprechend sieht es auch in der Tabelle aus.“

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