Qualifikation geschafft : Deutsche Basketballer reisen zur EM 2017

Auch ohne Dirk Nowitzki und Dennis Schröder schaffen die deutschen Basketballer am Ende doch die Qualifikation für die Europameisterschaft. Beim 82:51 in Holland zeigen sie ihre beste Leistung.

Der Deutsche Paul Zipser im Hinspiel gegen Nicolas de Jong (r.) aus den Niederlanden.
Der Deutsche Paul Zipser im Hinspiel gegen Nicolas de Jong (r.) aus den Niederlanden.Foto: dpa

Dank der besten Leistung in diesem Sommer haben sich die deutschen Basketballer doch noch als Gruppenerster für die EM im kommenden Jahr qualifiziert. Das Team von Bundestrainer Chris Fleming gewann am Samstagabend in den Niederlanden klar mit 82:51 (40:26) und sicherte sich damit das Ticket zur Europameisterschaft 2017 in der Türkei, Israel, Finnland und Rumänien. Der Start in die Zeit nach Dirk Nowitzki, der im vergangenen Sommer seinen Rücktritt erklärt hatte, glückte somit nach einer holprigen Ausscheidungsrunde am Ende souverän.

Nach den beiden überraschenden Niederlagen im Hinspiel gegen die Niederlande und in Dänemark hatte die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes in Leiden gewaltig unter Druck gestanden. Bei einer Niederlage drohte das erstmalige Verpassen einer EM seit 25 Jahren. Doch die von zahlreichen Absagen gebeutelte deutsche Mannschaft behielt die Nerven und siegte am Ende deutlich.

Bester Werfer war Johannes Voigtmann mit 15 Punkten. Auch Daniel Theis (14), Paul Zipser (13) und Maodo Lo (11) trafen zweistellig. Die Auslosung der EM-Gruppen findet am 22. November statt.

Fleming: "Erleichterung ist riesengroß"

„Die Jungs haben heute riesengroßen Charakter gezeigt und waren absolut fokussiert. Wir konnten die Nebengeräusche komplett ausblenden und freuen uns auf die EM“, sagte Fleming. „Die Erleichterung ist riesengroß. Nach dem verlorenen Spiel in Dänemark hat es klick gemacht“, meinte NBA-Profi Zipser.

In der nicht einmal 2000 Zuschauer fassenden Halle Vijf Meihal in Leiden entwickelte sich anfangs eine hektische Partie. Das deutsche Team ließ sich davon aber nicht beirren und zeigte eine engagierte und konzentrierte Leistung. Vor allem Spanien-Legionär Voigtmann übernahm wie schon am Mittwoch gegen Österreich Verantwortung und hatte nach den ersten zehn Minuten bereits neun Punkte auf dem Konto. Auch deshalb lag Deutschland nach dem ersten Abschnitt knapp vorn (19:16).

Zu Beginn des zweiten Viertels war es dann die zweite Fünf, bestehend aus Bastian Doreth, Patrick Heckmann, Theis, Robin Benzing und Johannes Thiemann, die den Vorsprung in den zweistelligen Bereich ausbaute. Die Gastgeber blieben in dieser Phase mehr als drei Minuten ohne Punkt, Deutschland zog auf 28:18 davon.

Auch als die Niederländer - angetrieben vom quirligen Point Guard Charlon Kloof - wieder auf zwei Zähler herankamen (26:28), behielt das Fleming-Team die Ruhe. Bis zur Pause setzte sich die DBB-Equipe auf 14 Punkte ab (40:26) und nach dem Seitenwechsel ihre konzentrierte Vorstellung fort. Der Vorsprung wuchs auf mehr als 25 Punkte.

Maodo Lo, der in den vergangenen Wochen auch viel Kritik hatte einstecken müssen, führte diesmal klug Regie. Zudem agierten die Gäste in der Defensive dieses Mal sehr aggressiv und ließen keine leichten Punkte des Oranje-Teams zu. Im Schlussabschnitt kamen die Niederländer durch acht schnelle Punkte noch einmal auf 15 Zähler heran, doch fünf Punkte von Theis in Serie stoppten den Schwung der Gastgeber. (dpa)

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