Sport : Radeln um Sympathie

Beim Berliner Sechstagerennen starten Bartko/Fulst, um nach 30 Jahren wieder einen Sieg der Lokalmatadore zu schaffen

Hartmut Moheit

Berlin. Der Sinn steht Robert Bartko derzeit nicht nach Sechstagerennen. Der Bahn- Olympiasieger und Straßenprofi spult zurzeit auf Mallorca seine Trainingskilometer ab. Rund sieben Wochen vor den 93. Sixdays verbinden sich mit seinem Start in der Berlin Arena jedoch bereits einige Erwartungen. „Der Sieg eines Berliner Teams bei den Profis liegt 30 Jahre zurück“, sagt Otto Ziege, der sich gern an „die großen Zeiten der Lokalmatadore erinnert.“ Der 77-Jährige wurde einst selbst in dieser Rolle gefeiert. Als Sportlicher Leiter hofft er, dass Robert Bartko und Guido Fulst gemeinsam die Sympathien einer ganzen Region auf sich vereinen können.

Fest steht, dass die beiden Berliner vor allem mit den Vorjahrssiegern Bruno Risi/Kurt Betschart aus der Schweiz, dem australisch-belgischen Duo Scott McGrory/Matthew Gilmore sowie den beiden deutschen Teams mit Andreas Kappes/Andreas Beikirch und Danilo Hondo/Olaf Pollack um den Sieg kämpfen werden. Eine Absage kam wieder einmal vom Team Telekom. „Olaf Ludwig hat mir geschrieben, dass die Mannschaft bis Ende Januar in Australien ist“, berichtet Veranstalter Heinz Seesing. Damit hat sich für ihn das leidige Thema erledigt, Sprintstar Erik Zabel verpflichten zu können.

Fehlen wird im Januar auch Jens Lehmann, der 35-jährige Olympiasieger und mehrmalige Weltmeister aus Leipzig. „Wer die Nationalmannschaft im Stich lässt und Deutschland so blamiert, der kann bei mir keine Startnummer erhalten“, begründet Seesing. Lehmann hatte bei der Bahnrad-WM in Stuttgart mit weiteren Fahrern den Start des Vierers boykottiert. Für Patrick Sercu aus Belgien und Henrik Elmgreen aus Dänemark ist das kein Grund dafür, die 93. Auflage tiefer einzustufen. „Von der Premiere bis zum Großen Finale erwarte ich ein volles Haus, und wie immer in Berlin spannende Jagden“, nennt der 88-malige Sechstagesieger Sercu seine Erwartungen für den Januar. Der Präsident der Union Internationale des Velodromes, Elmgreen, sieht in den Rennen für den Nachwuchs „eine Chance, dass den Sechstagerennen die Stars nicht ausgehen werden“. Auch Bartko hatte einst 1997 seinen ersten Einsatz im Wettbewerb der Talente.

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