Radsport : Chef unter Druck

Bei den Präsidiumswahlen des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) am 21. März in Leipzig sollen Verbandschef Rudolf Scharping und Sportdirektor Burkhard Bremer gestürzt werden.

Berlin - „Wir brauchen einen Neuanfang. Wir haben schon mehr als eine Hand voll der 17 Landesverbände hinter uns. Fachlich sind alle gegen Bremer“, sagte der frühere BDR-Vizepräsident Dieter Kühnle, der als Oppositionsführer gilt. Obwohl Bremer mehrfach öffentlich kritisiert worden war, wurde sein Vertrag vor den Olympischen Spielen von Peking bis zum Eintritt ins Rentenalter verlängert.

Die Kritiker von Scharping werfen dem ehemaligen Ministerpräsidenten und Verteidigungsminister vor, er habe zwar populistisch den Anti-Doping-Kampf verkündet, inhaltlich sei er aber weit hinter seinen Worten zurück geblieben. Fritz Sörgel ist einer dieser Kritiker. Der Pharmakologe wurde von Scharping 2007 in die neugegründete Anti-Doping-Kommission des BDR berufen. Nach kurzer Zeit trat Sörgel zurück. „Selten bin ich mir so nutzlos vorgekommen wie in diesem Gremium“, sagt er. „Da war alles konzeptionslos.“ Scharping habe es nicht geschafft, eine klare Aufgabenstellung des Gremiums zu benennen. Nicht einmal eine Satzung sei verabschiedet worden. Scharping hatte die Vorwürfe damals energisch zurückgewiesen. Er war gestern nicht zu erreichen.

Der ehemalige Journalist Kühnle will eine ganze Mannschaft gegen Scharping, den er damals ins Amt geholt hatte, aufbieten. Als neuer Vorsitzender kandidiert Dieter Berkmann aus Miesbach, mehrfacher deutscher Bahn-Meister. Kühnle selber will auf seinen alten Posten zurück. Den hatte er verlassen, weil die BDR-Führung gegen Kühnles Willen Erik Zabel für die WM in Stuttgart nominiert hatte. Zabel hatte zuvor erklärt, er habe kurze Zeit Dopingmittel genommen. „Die vom Präsidenten eingeschlagene Generalausrichtung des Verbands kann ich als für Kommunikation zuständiger Vizepräsident nicht länger glaubwürdig vertreten“, hatte Kühnle erklärt.

Der BDR reagierte mit einer Pressemitteilung, in der es hieß: „Es zählt zu den Rechten eines Landesverbandes, einen Wahlvorschlag zu unterbreiten. Weder Bremer noch BDR-Generalsekretär Martin Wolf waren zu erreichen.dpa/fmb

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