Radsport : Lance Armstrong will bei Astana-Aus mit neuem Team weitermachen

Er selbst bekommt nach eigenem Bekunden kein Geld, weil er bei seinem Comeback vor allem für seine Krebsstiftung werben will. Doch Armstrongs Teamkollegen warten zwei Tage vor dem Start des Giro d'Italia auf ausstehende Zahlungen, dem Rennstall droht das Aus. Doch Armstrong schmiedet schon Pläne.

Mathias Klappenbach

Berlin - Lance Armstrong macht derzeit eine ungewöhnliche Erfahrung. Er muss jemandem hinterherrennen. „Die Kasachen reagieren nicht auf Telefonanrufe“, sagt Armstrong und meint damit die Chefs des Rennstalls Astana, für den er in diesem Jahr fährt. Er selbst bekommt nach eigenem Bekunden kein Geld von Astana, weil er mit einem Comeback vor allem für seine Krebsstiftung werben wolle. Bei seinen Teamkollegen stehen aber seit Monaten Gehaltszahlungen aus, die Mannschaft, die neben Armstrong noch die Spitzenfahrer Alberto Contador, Levi Leipheimer und Andreas Klöden unter Vertrag hat, steht vor dem Aus. „ Bis zum Ende des Giro hoffen wir mit unserem Sponsor Einigung zu erzielen, wie es weitergeht“, sagte Astana-Teamchef Johann Bruyneel.

Am Samstag startet in Venedig der Giro d’Italia, an dem Armstrong zum ersten Mal teilnimmt. Beim 100. Geburtstag des Rennens erhoffen sich die Veranstalter eine Armstrong-Show und im besten Fall ein Duell mit dem Italiener Ivan Basso, der nach seiner Dopingsperre wieder dabei ist. Armstrong, der sich vor einigen Wochen das Schlüsselbein gebrochen hat, hat beim Giro aber keine großen Ambitionen. Das wichtigste Rennen ist für den siebenmaligen Sieger natürlich die Tour de France im Juli. „Es besteht die Möglichkeit, dass wir bis zur Tour de France, falls Astana aussteigt, mit einem anderen Sponsor fahren“, sagte Armstrong. „Vielleicht müssen wir die Pläne forcieren, ein eigenes Team zu gründen.“

Astana war 2006 aus dem Rennstall Liberty Seguros, dessen Sponsor wegen des Dopings im Radsport ausstieg, hervorgegangen. Auch im neuen Team gab es weitere Dopingfälle und bereits Ende 2007 Geldprobleme. Armstrong bangt nun „um die 30 Mitarbeiter des Rennstalls und deren Familien“. Er hat angekündigt, seinen polnischen Masseur erst einmal selbst zu bezahlen. Mathias Klappenbach

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