Radsport und Doping : Und alles geht weiter wie bisher

Alberto Contador verliert seinen Tour-de-France-Sieg von 2010, er wird in diesem Jahr nicht an der Frankreich-Rundfahrt teilnehmen können und auch Olympia verpassen. Aber ändert sich deshalb etwas im Radsport?

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Wer ist hier der Sieger? Alberto Contador (r.) gilt ab sofort nicht mehr als Gewinner der Tour de France 2010, dieser Titel wird auf Andy Schleck übergehen.
Wer ist hier der Sieger? Alberto Contador (r.) gilt ab sofort nicht mehr als Gewinner der Tour de France 2010, dieser Titel wird...Foto: reuters

War das jetzt ein Schlag gegen den Radsport oder ein Urteil für ihn? 566 Tage konnten sich die so genannte Radsport-Szene auf den Tag der Entscheidung für oder gegen Alberto Contador vorbereiten, differenziert oder überraschend fällt ihr Urteil nicht aus. Eddy Merckx, den Tour-Sieger von einst, widert es an, er fordert sarkastisch auch in anderen Sportarten die Suche nach mikroskopischen Spuren von Clenbuterol. Und der Spanier Carlos Sastre, Tour-Sieger von 2008, hält es für unlogisch, weil Doping nicht nachgewiesen worden sei. Soweit die Radsport-Szene, wir geben zurück an das normale Leben.

In dem wurde nur ein weiterer Radprofi, also einer von denen, für die schon lange die Schuldvermutung die Unschuldsvermutung abgelöst hat, wegen Dopings verurteilt. Na und, auf einen mehr oder weniger kommt es nicht an.

Weiterreichende Konsequenzen wird das Urteil nicht haben, auch nicht innerhalb des Radsports. Niemand, der dopt, wird jetzt damit aufhören, weil man auch mit ein paar Pikogramm Clenbuterol nicht durchkommt. Zumindest nicht vor dem Internationalen Sportgerichtshof. Bis dahin musste das Verfahren aus Spanien zur Regeldurchsetzung ja erst gebracht werden.

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