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Radsport und Doping : Was bleibt von der Tour de France?

23.07.2011 17:51 Uhrvon

Heute endet das größte Radrennen der Welt. Doch in Deutschland ist die Zurückhaltung von Fans, Medien und Veranstaltern spürbar. Das Dopingproblem ist nach wie vor ungelöst – hier beantworten wir die wichtigsten Fragen.

Wie steht es um das Image der Tour?

Gut, denn sie ist viel größer als jeder Skandal. 1903 wurde sie erfunden, als Spektakel zur Auflagensteigerung der Zeitung „L’Auto“. Die Leistung der Fahrer war von Anfang an extrem, aber der eigentliche Grund für den Erfolg der Tour ist ihre Literarisierung und Überhöhung, die fester Bestandteil der Berichterstattung ist. „Nicht die Helden machen die Tour, die Tour macht die Helden“, sagt auch ihr aktueller Direktor Christian Prudhomme.

Die Tour ist ein wandernder französischer Nationalfeiertag. Alle Regionen, alle sozialen Schichten und alle Altersklassen der Bevölkerung sind dabei und können – kostenlos wie bei keinem Großereignis sonst – an der Begeisterung teilhaben. Im Fernsehen ist sie nicht zu sehen, wichtiger Bestandteil des dreiwöchigen Volksfestes ist aber die dem Feld vorausfahrende kilometerlange Werbekarawane, ein Karnevalszug mit 16 Millionen Wurfgeschenken für das Fußvolk.

Hat durch die Dopingfälle der vergangenen Jahre die Begeisterung für den Radsport an sich gelitten?

Doping gibt es schon immer. In den Zwanzigerjahren präsentierten die Fahrer stolz ihre Cocktails aus Strychnin, Koffein, Kokain und Alkohol, erst seit den sechziger Jahren gibt es offizielle Verbote. Den „guten“ Radsport, der von seiner „Krankheit“ Doping befreit werden muss, hat es nie gegeben. Die Faszination der Ritter der Landstraße besteht aber eigentlich in der Paradoxie, dass sie Übernatürliches auf natürlichem Wege vollbringen. Deswegen sinkt mit zunehmendem Wissen um Doping die Begeisterung. Eigentlich. Denn mit dem weltweiten Körperboom und der zunehmenden Chemisierung der Gesellschaft verschieben sich die Grenzen für das, was toleriert wird. Aufregung und moralische Entrüstung nahmen in den vergangenen Jahren mehr und mehr ab.

Konnte denn in diesem Jahr systematisches Doping verhindert werden oder hat es sich nur besser tarnen können?

Nach wie vor sind die Doper den Kontrolleuren einen Schritt voraus, mindestens. Naturgemäß kann ein Nachweisverfahren erst entwickelt werden, wenn ein Präparat in Umlauf ist. Auch in diesem Jahr gab es zwei neue Mittel, die wohl von mehreren benutzt wurden, für die es aber noch keinen Test gibt. Das klassische Doping mit Eigenblut, mit dem die Ausdauerfähigkeit erhöht wird und die Leistungsfähigkeit um etwa fünf Prozent gesteigert werden kann, ist nach wie vor nicht feststellbar. Der eine Doping-Fall dieser Tour – bei dem Russen Alexander Kolobnew wurde ein Mittel festgestellt, das zur Maskierung anderer Präparate dient – war nur eine Randnotiz. Das Image des Radsports geprägt haben in den vergangenen Jahren die Geständnisse vor allem deutscher Spitzenfahrer, die das systematische Doping in den Teams offenlegten wie in keiner anderen Sportart.

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