Radsport : Wieder Kritik an Scharping und Bremer

Die Front der Nein-Sager wird breiter. Jetzt stellt sich auch Doppel-Olympiasieger Robert Bartko gegen Verbands-Chef Rudolf Scharping und dessen Team, das am kommenden Sonnabend in Leipzig bei der Präsidiumswahl des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) antritt.

Berlin - Der heftigen Kritik durch die Mountainbike-Olympiasiegerin Sabine Spitz, Ex-Weltmeister und Trainer Mike Kluge und der vierfachen Cross-Weltmeisterin Hanka Kupfernagel schloss sich auch Bartko an, der besonders den Sportdirektor Burkhard Bremer attackierte.

„Die Außendarstellung des Radsports hat erheblich gelitten, durch die bekannten Doping-Probleme und wie mit ihnen durch den BDR umgegangen wird“, sagte Bartko. „Es geht gar nicht so sehr um die Personalie Scharping. Es ist vielmehr Bremer, von dem sich Scharping ein bisschen abhängig gemacht hat, nachdem er dessen Vertrag vor Beginn der Spiele in Peking verlängerte. Dafür ist Scharping 100 Prozent verantwortlich“, sagte Bartko der dpa. „Bei Bremer zählt nicht das Leistungsprinzip, sondern er führt persönliche Feldzüge. Kommunikation findet nicht statt. Die meisten Topathleten des BDR haben mit ihm Schwierigkeiten.“ Den Niedergang des deutschen Bahnradsports – zum ersten Mal seit 1952 fehlte in Peking ein Bahnvierer – hat laut Bartko Bremer zu verantworten.

In einer Mitteilung des BDR schoss Bremer zurück: „Es ist schon erstaunlich, dass ausgerechet Robert Bartko, der mit dafür verantwortlich ist, dass der BDR die Olympia-Qualifikation in der Einer- und Mannschaftsverfolgung verpasst hat, sich nun in dieser Form äußert.“ Rudolf Scharping stellte sich vor Bremer. „Er hat Ecken und Kanten, er hat Verdienste“, sagte der BDR-Präsident in einem Interview mit der „Frankfurter Rundschau“. Scharping kann sich bei seiner Wiederwahl eine Art „Aufpasser“ für den umstrittenen Bremer vorstellen: „Ich habe vorgeschlagen, dass ein Vizepräsident Leistungssport dem Präsidium angehört, der gemeinsam mit dem Sportdirektor den Leistungssport koordiniert, unterstützt von den Cheftrainern.“

Den Deutschen Meister auf der Straße, Fabian Wegmann, lässt der Wahlkampf kalt. „Ich glaube, der Radsport in Deutschland hat andere Probleme, als Funktionäre, die gegenseitig versuchen, sich abzuschießen“, sagte Wegmann. dpa

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