Radsport : Winokurow nur kurz auf dem Abstellgleis

Dopingsünder Alexander Winokurow ist vom kasachischen Radsport-Verband nur für ein Jahr gesperrt worden. Er könnte somit bei Olympia 2008 in Peking starten. Zudem erklärte Andreas Klöden, dass er bei Winokurows früherem Team Astana bleibt.

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Ein Bild aus gemeinsamen Tagen: Andreas Klöden (l.) und Alexander Winokurow -Foto: dpa

Berlin/AstanaDer 33-jährige Kasache Alexander Winokurow soll nach dem Willen seiner Föderation ab 1. August 2008 wieder Rennen fahren dürfen. Der kasachische Verband verhängte damit nicht die maximal mögliche Strafe von zwei Jahren Sperre, obwohl die zu Winokurows Entlastung vorgelegten Dokumente von Verbands-Vize Nikolaj Proskurin als "nicht überzeugend" bezeichnet wurden. Allerdings muss der Weltverband UCI das Urteil noch anerkennen.

Winokurow, einstiger Kapitän des Astana-Rennstalls, in dem auch Andreas Klöden fährt, war am 24. Juli des Fremdblut-Dopings überführt worden. Daraufhin hatte die gesamte Mannschaft, die für die kommende Saison unter Teamchef Johan Bruyneel neu aufgestellt wurde, die Tour verlassen und Winokurow suspendiert. Einen Tag nach Tour-Ende war auch Winokurows Landsmann Andrej Kaschetschkin in der Türkei des Dopings überführt worden.

Kaschetschkin hatte vor einem belgischen Gericht geklagt, weil er sich wegen der Kontrolle im Urlaub in seinen Menschenrechten verletzt fühlte. Die Klage wurde in den Zuständigkeitsbereich der UCI in die Schweiz verwiesen.

Klöden hält Astana die Treue

Andreas Klöden hat sich unterdessen "nach langer Überlegung und Gesprächen mit verschiedenen Teams" zum Bleiben beim Team Astana entschlossen. Das erklärte der zweifache Tour-de-France-Zweite und Wahlschweizer auf seiner Homepage, nachdem die neue Teamführung seit September ausstehende Gehalts-Nachzahlungen zugesagt hatte.

Der 32 Jahre alte Klöden hatte unter der alten Teamleitung des Luxemburgers Marc Biver noch einen Vertrag bis Ende 2008, den er jetzt erfüllt. Der Freund und ehemalige Team-Kollege von Jan Ullrich, der beim Thema Doping bei der vergangenen Tour de France höchst allergisch reagierte, hatte 2006 für ein Jahressalär von rund einer Million Euro bei dem von kasachischen Wirtschafts-Unternehmen gesponserten Team einen Zwei-Jahres-Vertrag unterzeichnet.

Für Dopingkampf "bestens aufgestellt"

"Ich bin froh, dass nach der Ungewissheit der vergangenen Wochen jetzt alle Formalitäten mit dem Sponsor und dem neuen Management geklärt sind. Ausschlaggebend für meine Entscheidung waren vor allem die erstklassige Mannschaft sowie eine erfahrene und kompetente Organisation", erklärte Klöden, der auch besonderen Wert auf Anti-Doping-Richtlinien legt: "Durch die Zusammenarbeit des Teams mit dem renommierten, bereits für CSC tätigen dänischen Mediziners Rasmus Damsgaard ist garantiert, dass Astana für die kommende Saison in Sachen Anti-Doping bestens aufgestellt sein wird. Die Mannschaft wird einen seriösen und nachhaltigen Beitrag für eine saubere Zukunft im Radsport leisten."

Klöden, der mit Bruyneel in einem ersten Trainingslager an der Costa Blanca in Spanien ab kommenden Montag zusammentrifft, erklärte die Tour de France wieder zu seinem Saison-Höhepunkt: "Wenn meine Form stimmt, fühle ich mich in der Lage, das Podium zu erreichen." Klöden hat sich in Zukunft allerdings mit mindestens zwei Team-Kapitänen auseinanderzusetzen: Bruyneel brachte Levi Leipheimer (USA) und den aktuellen Toursieger Alberto Contador (Spanien) von Discovery Channel mit ins neue Team, das nach Angaben des neuen belgischen Teamchefs 300.000 Euro pro Saison in den internen Anti-Doping-Kampf steckt. (smz/dpa/sid)

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