Sport : Radsportskandal: Ermittler belasten deutschen Arzt

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Berlin - Der Anästhesist Markus Choina aus Bad Sachsa soll nach Ermittlungen der spanischen Polizei noch stärker in den Radsport-Dopingskandal um den Gynäkologen Eufemiano Fuentes aus Madrid verwickelt sein als bisher bekannt. Nach Angaben des „Stern“ soll der momentan beurlaubte Chefarzt der Helios- Klinik in Bleicherode Blutkonserven erhalten haben, die Fuentes und seine Helfer mit dem Flugzeug nach Hannover gebracht haben. In Abhörprotokollen der spanischen Polizei ist notiert, dass Fuentes mit dem privaten Telefonanschluss von Choina Kontakt hatte. Hannover ist rund 90 Autominuten von Bad Sachsa entfernt. Fuentes soll sogenanntes aufbereitetes, also zentrifugiertes Blut über Hannover nach Deutschland geschmuggelt haben. „Für uns steht fest, dass der zuständige Mann in Deutschland Markus Choina war“, wird im „Stern“ ein spanischer Ermittler zitiert.

Die Ermittler hätten auch mitgehört, wie Fuentes seinen deutschen Kontakt bat, ihm sanitäres Zubehör für den Betrieb seiner Blut-Konservierungsmaßnahme zu schicken. Außerdem soll Choina Arzneimittel illegal nach Spanien geschickt haben. Unter Choinas Privatanschluss teilte jemand Fuentes mit, dass er „Synacthen“ geliefert habe. Das Medikament, das gegen epileptische Anfälle bei Säuglingen und Kleinkindern eingesetzt wird, ist in Spanien allerdings auch erhältlich. Unter Choinas Privatnummer hieß es gestern, man werde nichts sagen, solange die Ermittlungen liefen. Der Ex-Radprofi Jesus Manzoni sagte dem „Stern“, er habe Choina vor mehr als vier Jahren zusammen mit Fuentes in Madrid getroffen. Manzoni hatte vor wenigen Jahren Dopingpraktiken enthüllt. Tsp

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