Rallye Dakar : Motorradfahrer hätte gerettet werden können

Die argentinische Polizei erhebt schwere Vorwürfe gegen die Oragnisatoren der Rallye Dakar. Sie ist der Meinung, dass der Tod des französischen Motorradfahrers hätte verhindert werden können, wenn die Rennleitung schnell genug reagiert hätte.

Etienne Lavigne, Renndirektor der Rallye Dakar
Etienne Lavigne, Renndirektor der Rallye Dakar, muss sich den Fragen der Reporter stellen. -AFP

Der Tod des Motorradfahrers Pascal Terry hätte nach Polizei-Einschätzung vermieden werden können und hat zu harter Kritik an den Dakar-Organisatoren geführt. Eine frühere Alarmierung der Polizei durch die Rennleitung wäre notwendig gewesen, zitierten argentinische Medien am Donnerstag den Polizeikommissar Julio Acosta. "Er hätte gerettet werden können, wenn er rechtzeitig gefunden worden wäre."

Tod durch Herzinfarkt

Nach Krankenhaus-Angaben ist der Franzose an einem Herzinfarkt als Folge eines Lungenödems gestorben. Auch in Frankreich wurde harte Kritik an den Veranstaltern laut. Die Rallye ging weiter. Die Donnerstag-Etappe wurde erst mit zwei Stunden Verspätung aufgenommen, da die Strecke wegen Unpassierbarkeit einer Wasser-Durchfahrt von 394 auf 178 Kilometer verkürzt werden musste. Terry war am Sonntag wegen Spritmangels liegen geblieben und hatte kurz darauf ein Notsignal abgesetzt.

Die Suche lief jedoch erst am Montag an. Dann sei sie sogar unterbrochen worden, weil Pascal Terry angeblich in einem Zwischenlager der Rallye in Neuquén gesichtet worden war. Erst als sich dies als Irrtum herausstellte, wurde die Suche wieder intensiviert und die Leiche Terrys am frühen Mittwochmorgen gefunden. Die Rennleitung räumte zunächst keine Fehler ein. Dagegen wurden in den französischen Medien die Organisatoren der Rallye, die französische Firma "Amaury Sport Organisation" (ASO), an den Pranger gestellt.

Zeitungen stellen Rennleitung an den Pranger

Alles deute auf einen "unglaublichen Fehler" der ASO hin, schreibt das Blatt "Ouest France" in seiner Onlineausgabe. "Es ist in der Tat unmöglich, einen Piloten aus den Augen zu verlieren, dessen Notsignal-Instrumente funktionieren", meinte die Zeitung. Pascal Terry habe ein Signal abgegeben, das in Paris zwar empfangen, in Argentinien aber nicht rechtzeitig weitergeleitet worden sei.

Die Tageszeitung "Liberation" beklagt, dass die Suchaktion "aufgrund eines Kommunikationsfehlers zwischen Paris (wo die GPS-Daten der Piloten eintreffen) und dem Südosten Argentiniens" mit etwa zwölfstündiger Verspätung gestartet sei. Von "totalem Chaos" bei der ASO sprach der Radiosender France Info auf seiner Internetseite. Rallye-Direktor Etienne Lavigne stellte fest: "Es gibt Sachen, die man sich nicht erklären kann. Die Nachricht vom Notsignal ging in Paris am 4. Januar ein, und wir wurden erst am Morgen des 5. informiert." (mbo/dpa)

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