Sport : Rasant Richtung London

Die Leichtathleten kommen in Olympiaform: Sprinterinnen Nytra und Sailer unterbieten Norm.

Schneller Europameisterin. Verena Sailer unterbot die Olympianorm. Foto: dpa
Schneller Europameisterin. Verena Sailer unterbot die Olympianorm. Foto: dpaFoto: picture alliance / dpa

Berlin/New York - Schnelle Sprints und starke Comebacks: Knapp zwei Monate vor den Olympischen Spielen kommen die Leichtathleten in Form. In New York boten die Stars viel Klasse, 800-Meter-Weltmeister David Rudisha kam seinem Weltrekord überraschend nah. In Mannheim überzeugten zwei deutsche Sprinterinnen. Im Mannheimer Stadion erfüllten Carolin Nytra (100 Meter Hürden) und Verena Sailer (100 Meter) die Olympianorm. In ihrem ersten Rennen über 100 Meter Hürden seit August 2010 blieb die EM-Dritte Nytra am Samstag in 12,74 Sekunden auf Anhieb unter der Richtzeit für die Sommerspiele (12,92). Als erste deutsche Hürdensprinterin erfüllte die 27-Jährige von der MTG Mannheim damit die Norm. Von der Topzeit war sie dann selbst etwas überrascht, denn „die Nervosität vor dem Lauf war riesig. Aber es musste heute endlich mal alles halten“, sagte Nytra.

Ihre Vereinskollegin Sailer gewann die 100 Meter in 11,19 Sekunden; die Europameisterin blieb damit sechs Hundertstelsekunden unter der zweimal zu erbringenen Norm. Mit der gleichen Zeit hatte sich Tatjana Pinto bereits vor zwei Wochen für einen Start bei den Olympischen Spielen empfohlen. Deutsche Jahresbestzeit lief Alexander John in 13,39 Sekunden über 110 Meter Hürden. Der Hochspringerin Ariane Friedrich fehlen noch drei Zentimeter zum Londonticket. Die Frankfurterin siegte beim Turiner Meeting mit 1,92 Metern vor der höhengleichen Hallenweltmeisterin Chaunte Lowe (USA).

Beim Diamond-League-Meeting in New York lief David Rudisha in sensationellen 1:41,74 Minuten zum Sieg. Es war eine von vier Weltjahresbestleistungen. „Ich habe mich großartig gefühlt und entschieden, ein bisschen aufs Gas zu drücken“, sagte Rudisha nach seinem Lauf, mit dem er seinen eigenen Weltrekord nur um 73 Hundertstelsekunden verpasste. Im Speerwerfen sorgte die Südafrikanerin Sunette Viljoen für die herausragende Leistung. Im fünften Versuch überbot die WM-Dritte mit neuem Afrikarekord und Weltjahresbestleistung von 69,35 Metern die Saisonbestweite der Tschechin Barbora Spotakova (68,72). Grund zur Freude hatte auch Fabiana Murer. Die brasilianische Stabhochsprungweltmeisterin überquerte die neue Weltjahresbestmarke von 4,77 Metern.

100-Meter-Weltmeister Yohan Blake aus Jamaika gewann den Sprint in 9,90 Sekunden. Gefeierter Star des B-Laufes war Tyson Gay. Fast ein Jahr nach seiner Verletzung bei den US-Trials und anschließender Hüftoperation gewann der zweitschnellste Mann der Welt (9,69) sein Comebackrennen trotz Gegenwinds von 1,5 Metern pro Sekunde in 10,00 Sekunden. Für Carsten Schlangen lief es in New York weniger gut. Der EM-Zweite aus Berlin landete über 1500 Meter auf Platz 14. In 3:39,63 Minuten lief er um mehr als vier Sekunden an der Olympianorm vorbei.

Die Geherin Sabine Krantz hat ebenfalls die Olympianorm geschafft und das Londonticket damit so gut wie sicher. In 1:30:57 Stunden blieb die 31 Jahre alte Serienmeisterin über 20 Kilometer am Samstag im spanischen La Coruna 18 Sekunden unter der Richtzeit. Bis dato hatte sie die deutsche Bestenliste mit 1:32:25 vor Melanie Seeger angeführt. „Ich bin schon erleichtert“, sagte Krantz, „denn bisher war die Saison ein bisschen verkorkst.“ Den Sieg sicherte sich die Chinesin Hong Liu in 1:27:32 Stunden. dpa

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