Sport : Raus aus der Provinz

Claus Vetter

29 Jahre alt wird Miroslav Klose im Sommer. Das ist ein gutes Alter für einen Fußballprofi, aber auch ein Alter, in dem ein Weltklassespieler längst bei einem internationalen Spitzenklub unter Vertrag sein sollte. Das aber war Miroslav Klose bislang noch nicht, aus der pfälzischen Provinz ist er vom 1. FC Kaiserslautern ins beschauliche Bremen gekommen. Auch wenn Werder zurzeit eines der deutschen Topteams ist – das Renommee der angeblich um Klose buhlenden Bayern aus München oder des FC Barcelona haben die Bremer nicht. Noch immer umweht sie auf der internationalen Bühne der Charme der Provinz – über Klose ließe sich Ähnliches behaupten. Bei der WM im eigenen Land wurde der Mann Torschützenkönig, als zweiter Deutscher erst nach Gerd Müller. Trotzdem tritt Klose weiter in der Bundesliga gegen den Ball, die von ihrer Klasse her nicht die erste Liga Europas ist.

Klose leistete sich sogar unlängst eine wochenlange Torflaute. Er wirkte gehemmt in Bremen. Torschützenkönig in der Bundesliga war er auch schon, in der vergangenen Saison. In der deutschen Liga kann sich Klose also nicht mehr beweisen. Ein Wechsel zum FC Bayern München würde ihm daher wohl auch nicht weiterhelfen, da würden sie ihn höchstens demontieren, wenn er so blamable Leistungen bringt wie am Mittwoch bei Werders 0:3-Niederlage in Barcelona. Nein, Klose muss weg aus Deutschland, nach Spanien zum Beispiel. Die WM-Torjägerkrone ist sein Versprechen, ein Weltklassestürmer zu sein. Einlösen kann es Miroslav Klose daher nur in einer der besten Ligen Europas.

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