Reaktionen : ''Es tut mir leid''

Jens Voigt

(Fahrer des Teams CSC): "T-Mobile stand bisher für den Radsport. Andere deutsche Teams hätte es ohne Telekom wohl nicht gegeben."

Bjarne Riis (Tour-de-France-Sieger 1996 mit Telekom und geständiger Dopingsünder): "Ich bin überrascht. Natürlich ist man ein bisschen wehmütig. Es tut mir leid. Ich hätte mir wie alle im Radsport gewünscht, dass T-Mobile weitermachen würde. Die werden ihre Gründe haben."

Sylvia Schenk (frühere Präsidentin des Bundes Deutscher Radfahrer): "Ich verstehe die Telekom überhaupt nicht. Entweder hätte das Unternehmen schon viel früher aussteigen müssen oder einmal richtig konsequent sein und sagen: Wir ziehen den Kampf gegen Doping im Radsport bis zum Ende durch. Zuerst behaupten, wir bekämpfen Doping - und dann plötzlich aus Imagegründen aussteigen, das ist scheinheilig."

Peter Danckert (Vorsitzender des Sportausschusses des Bundestages): "Die Radprofis, aber auch einige Funktionäre haben die Zeichen der Zeit immer noch nicht richtig erkannt. Insofern war das eine erwartete, konsequente Entscheidung. (...) Ich denke, das wird Kreise ziehen. Wenn die Hauptsponsoren wie Adidas und Telekom aussteigen, und andere haben das ja auch schon gemacht, werden andere das auch überlegen. Dann ist natürlich der Profiradsport in Deutschland am Ende.

Michael Vesper (Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes): "Der Telekom-Konzern hat alle Anstrengungen unternommen und stand zu seiner Verantwortung. Das Vorgehen im Anti-Doping-Kampf war in den letzten Monaten glaubhaft. Aber man muss Verständnis haben, wenn ein Unternehmen bis an seine Grenzen gegangen ist und jetzt diesen Schritt vollzieht."

Christoph Niessen (Geschäftsführer der Nationalen Anti-Doping-Agentur): "Das ist ein absolut nachvollziehbarer Schritt. Die Leidensfähigkeit eines Unternehmens ist begrenzt. Die Telekom hat zuletzt einen glaubwürdigen Weg gegen Doping beschritten. Im Moment geht ein ganzer Sport kaputt."
(smz/Tsp/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben