Sport : Real Madrid: Die Ära Zidane

Real Madrid leitet die Ära Zidane ein, Erzrivale FC Barcelona lässt mit einem Rekordetat aufhorchen, und die ehemaligen Bundesliga-Trainer Bernd Krauss und Jupp Heynckes feiern ihr Comeback im spanischen Fußball. Die Primera Division startet am Wochenende in die Saison und will mit Rekordausgaben in Höhe von 1,1 Milliarden Mark ihren Ruf als stärkste Liga der Welt gerecht werden - erstmals seit Jahren ohne einen deutschen Spieler.

Der ehemalige Nationaltorhüter Bodo Illgner, in der vergangenen Saison noch teuerster Bankdrücker der Liga, löste seinen Vertrag bei Real Madrid auf und beendete seine Karriere. Ohne Verein ist auch Gerhard Poschner, dessen Vertrag bei Rayo Vallecano ausgelaufen war. Dafür kehrt Jupp Heynckes zu Athletic Bilbao zurück, während sein Kollege Bernd Krauss mit dem Erreichen der Champions League, wo auch Schalke 04 der Gegner ist, bereits einen hervorragenden Einstand bei Real Mallorca gab.

Geht es nach den Experten, steht der Meister bereits fest. "Real ist der große Favorit", sagt Bernd Krauss, während Reals portugiesischer Mittelfeldstar Luis Figo sogar noch weitergeht: "Wir sind in der Lage, alle Titel zu gewinnen." Kein Wunder, schließlich wurde das Star-Ensemble aus Madrid mit dem französischen Weltfußballer des Jahres Zinedine Zidane von Juventus Turin für die Rekord-Ablösesumme von 151 Millionen Mark verstärkt. Möglich wurde der Transfer durch den Verkauf des vereinseigenen Trainingsgeländes für rund 800 Millionen Mark. Damit baute Reals Präsident Florentino Perez den 540-Millionen-Mark schweren Schuldenberg ab. Die Zielrichtung ist klar: Rechtzeitig zum 100-jährigen Vereinsjubiläum im kommenden Jahr will Real wieder die Champions League gewinnen.

Ärgster Rivale im Kampf um den nationalen Titel dürfte der FC Barcelona sein, der mit einem Rekordetat von rund 307 Millionen Mark in die Saison geht. 50 Millionen kostete die argentinische Nachwuchshoffnung Javier Saviola von River Plate Buenos Aires. Der Schwede Patrik Andersson vom FC Bayern (15 Millionen) und Phillippe Christanval von AS Monaco (23 Millionen) sollen der Abwehr des Vorjahres-Vierten neuen Halt verleihen. Titelträume hegt Krauss mit Real Mallorca nicht. "Ein Uefa-Pokal-Platz wäre schön ", sagt der frühere Gladbacher und Dortmunder Trainer, der bereits zwischen 1997 und 1999 Real Sociedad San Sebastian in den Uefa-Pokal geführt hatte. Besonders freut sich Krauss auf das Wiedersehen mit Jupp Heynckes von Athletic Bilbao am zweiten Spieltag: "Wir haben immer noch ein tolles Verhältnis." Die Aufgabe von Heynckes ist jedoch ungleich schwerer. Mit nur einem Neuzugang soll er, der von 1992 bis 1994 den Klub sogar zweimal in den Uefa-Pokal geführt hatte, das Team vor dem Abstieg bewahren.

Der große Unbekannte bleibt Champions-League-Finalist FC Valencia. Nach den Abgängen von Gaizka Mendieta (Lazio Rom), Trainer Hector Cuper (Inter Mailand) und Präsident Pedro Cortes (Rücktritt) steht der Klub vor einem Neubeginn. Vizemeister Deportivo La Coruna ist noch damit beschäftigt, den 34-Mann-Kader auszudünnen - in Spanien dürfen nur 25 Spieler gemeldet werden. Von den Aufsteigern erhielt Betis Sevilla, nicht zuletzt durch die Verpflichtung des Nigerianers Victor Ikpeba von Borussia Dortmund, die meisten Vorschusslorbeeren. Für den FC Sevilla und CD Teneriffa, das weiterhin an einer Verpflichtung von Gerhard Poschner interessiert ist, geht es nur um den Klassenerhalt.

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