Sport : Rebensburg verblüfft bei der Ski-WM

Jörg Köhle

Are - Viel Zeit, am Abend ihren Triumph zu genießen, blieb Viktoria Rebensburg nicht. Ein kleiner Umtrunk, dann Koffer packen, und gestern Morgen um sechs Uhr startete schon das Flugzeug von Östersund zum Rückflug nach Hause. In der Luft kam die 17-Jährige zwar zur Ruhe, „doch ich brauche sicher ein paar Tage, bis ich das alles begreife“. Das hatte sie schon vor dem Start gesagt.

Platz acht beim Nacht-Riesenslalom bei den Weltmeisterschaften von Are, das muss sie erst einmal verdauen. Es war eine kleine Sensation. Der ganze Wirbel nach dem Rennen, Kameras, Interviews, das war alles noch ein bisschen viel für sie. „Voll geil, richtig stark“ – das sagte nicht Viktoria Rebensburg, sondern der deutsche Damen-Cheftrainer Mathias Berthold. Auch Kathrin Hölzl erreichte als Sechste ein gutes Resultat und lobte ihre kleine, erfolgreiche Teamkollegin: „Viktoria war schon im Training brutal schnell.“

Rebensburg, die unbekümmert wirkt, sei „brutal ehrgeizig“, sagt Trainer Berthold. Sie sei „eine Läuferin, wie sie sich jeder Trainer wünscht. Die hat nur Skifahren im Kopf.“ Nicht ganz. Die Schule, die elfte Klasse des Ski-Gymnasiums Berchtesgaden, erfordert auch Konzentration. Ihre Aufholjagd von Platz 21 auf Rang acht beeindruckte. Die ganze Fahrt fuhr sie volles Risiko, aber sie hielt durch. „Da sieht man, was von ihr noch zu erwarten ist“, sagte Berthold. Ihr Weltcup-Debüt gab sie Mitte Dezember in Schladming. Zuletzt bot sie sich mit einem Europacup-Sieg in Bulgarien an und wurde für die WM nachnominiert. Aber schon heute ist Viktoria Rebensburg wieder in den grauen Alltag des alpinen Skisports eingetaucht. Sie fährt in Sella Nevea (Italien). Europacup statt WM.

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