Reine Formsache. Die Fitness-Serie (6) : Musik an und loslegen

HEUTE:BODY-WORKOUT. Arme, Beine, Bauch: Flavinia Mauceri trainiert einfach alles.

Anja Brandt
Hoch das Bein. Und dann auch noch Hanteltraining? Geht alles und macht Spaß, sagt Trainerin Flavinia Mauceri. Einfach langsam starten und sich dann steigern. Foto: Mike Wolff
Hoch das Bein. Und dann auch noch Hanteltraining? Geht alles und macht Spaß, sagt Trainerin Flavinia Mauceri. Einfach langsam...

Auf Flavinia Mauceri ist Verlass. Wenn die Fitnesstrainerin den Kursraum betritt, hat sie ihre Bücher dabei. Ihre „Choreo-Bücher“, wie sie sie selbst halb schmunzelnd nennt, ihre Choreografie-Bücher. Dort schreibt die 28-Jährige Tag für Tag fein säuberlich und sehr genau die Übungen auf, die sie im nächsten Fitnesskurs halten will. An den Seiten lugen Zettelchen heraus: Rot bedeutet schwer, Gelb mittelschwer, Grün leicht. „Lunges“ und „Dips“, „Grapevines“ und „Squats“, zu Deutsch: Ausfallschritt, Barrenstütze, Kreuzschritt und Kniebeuge – es sind Übungen wie diese, die Mauceri in fließenden Übergängen zu flotter Musik kombiniert. Effektiv sollen sie sein und Spaß machen.

Für das Poster der heutigen Ausgabe hat sich die Trainerin fünf Übungen überlegt. Sich aufzuraffen, sollte leichtfallen, schließlich braucht man nur die eigene Lieblingsmusik aufzulegen: Je Lied heißt es dann, eine Übung durchzuhalten – wie oft die einzelnen Bewegungen wiederholt werden, entscheidet jeder selbst. Ganz besonders Durchtrainierte machen schon mal 64 Wiederholungen, Einsteiger beginnen mit acht Wiederholungen oder 16.

Wer alle Übungen absolviert hat, hat gezielt etwas für Arme, Beine, den Rücken und Bauch getan. Es werden Muskeln aufgebaut, das Bindegewebe wird gestrafft, der Körper wird gekräftigt und definiert. „Neben der Muskelkräftigung geht es aber vor allem auch um Spaß und Entspannung“, sagt Mauceri.

Dass Flavinia Mauceri einmal Fitnesstrainerin werden würde, hätte sie selbst nicht gedacht. Es war nie ihr Ziel. Seit ihrer Kindheit verbrachte die Tochter italienischer Eltern ihre Zeit mit Ballett, Modern Dance, also zeitgenössischem Tanz, und Hip-Hop.

Das Tanzen ist ihr Ding. Also geht Mauceri nach der mittleren Reife aus ihrem Heimatort, dem fränkischen Lohr am Main, nach Hamburg an eine Musicalschule. Mit 18 Jahren besucht sie die Ballettakademie in Nürnberg-Fürth. Sie probiert sich aus, singt zum Beispiel in einer Rockband, und geht schließlich 2004 als Animateurin nach Kreta, wo sie erste Erfahrungen mit Fitnessprogrammen macht. Zurück in Deutschland lässt sie sich professionell zur Fitnesstrainerin ausbilden. „Im Laufe der Zeit habe ich noch weitere Lizenzen erworben, um auch zum Beispiel Aquafitness oder Pilates anbieten zu können.“

Flavinia Mauceri hat die ruhigen Sportarten für sich entdeckt. Sie sei kein „Showtyp“, der da vorne „Action“ mache. Sie sei eine „Kümmerin“, die es bevorzugt, intensiv mit den Leuten an den Übungen zu arbeiten, denn dass die richtig absolviert werden, ist wichtig.

Mit der gleichen Sorgfalt geht sie deshalb auch an die Vorbereitung der Stunde. Bis zu einer Stunde sitzt die Trainerin an den Choreografien für ihre Kurse. „Die Choreo-Bücher geben mir Sicherheit“, sagt sie. Dass sie sich immer wieder neckende Kommentare ihrer Kollegen und Kursteilnehmer deswegen anhören darf, ist ihr egal. Doch sie beharrt nie darauf, ihren Plan auch stramm durchzuziehen. „Man muss natürlich auch immer ganz flexibel auf die Stimmung der Teilnehmer reagieren“, sagt sie. So sollte es auch mit den Übungen auf dem Poster gehandhabt werden: Wer einmal nicht so motiviert ist, lässt es langsam angehen und absolviert weniger Wiederholungen. Hauptsache, man bleibt dabei.

Auch Flavinia Mauceri gönnt sich immer wieder Pausen. Einen Abend unter der Woche hält sie sich frei. Was sie an diesem Abend macht? Sport. „Das brauche ich, um meine Batterien wieder aufzuladen.“ Irgendwo müsse die Energie ja herkommen. Eine andere Quelle ist das Wochenende, an dem Mauceri zur „Couchpotato“ wird, wie sie selbst sagt. „Ich bin schließlich auch nur ein Mensch.“

Es macht ihr Spaß, vor den Kursteilnehmern zu stehen. Und ihr ist es wichtig, dass die Spaß haben. Die Leute sollen abschalten können, den Tag hinter sich und die Anspannung herauslassen. Und auch Mauceri geht glücklich aus dem Kursraum. „Der Beruf erfüllt mich.“ Aufhören ist für sie nicht vorstellbar. „Durch den Sport bleibt man ja jung.“ Deswegen hofft sie, Kurse bis ins hohe Alter geben zu können. „Man muss auf sich achten, auf gesunde Ernährung und dass man es mit dem Sport nicht übertreibt.“ Das rät sie jedem. Und wenn sie doch mal gesündigt hat, heißt es: „So Leute, ich muss heute eine Extrarunde einlegen, meine Oma hat am Wochenende wieder Erdbeertorte gemacht.“

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