Sport : Reiten: Ein einmaliger Ausrutscher

Ingo Wolff

Erst ein desolate Leistung zeigen und dann dafür noch mit einer olympischen Goldmedaille belohnt werden, weil die Mannschaftskollegen den Patzer perfekt ausgleichen. Es gibt wohl wenige Dinge, die einem Sportler noch peinlicher sein können. Ludger Beerbaum war es jedenfalls peinlich und das sagte er dem Publikum am Freitagabend beim Internationalen Reit- und Springturnier CHI im Velodrom. Das war bei der Siegerehrung, nachdem der vierfache Olympiasieger im Springreiten eindrucksvoll die Qualifikation für das Weltcupspringen gewonnen hatte.

Mit seinem Hengst Goldfever blieb er im schnellsten Umlauf der Konkurrenz fehlerfrei und sicherte sich so einen der 18 Startplätze im Weltcup, der erst nach Redaktionsschluss beendet wurde. Beerbaum unterstrich mit seiner Leistung auch, dass die Pleite von Sydney ein unerklärbarer Ausrutscher war. "Könnte Goldfever sprechen, würde ich ihn fragen, was los war. So weiß ich es bis heute nicht", gab Beerbaum vor den 6800 Zuschauern freimütig zu, auch wenn er es gar nicht hätte erklären müssen, so oft wie er Erfolgsgarant bei internationalen Springen war. Sein Können demonstrierte er dem Berliner Publikum, das ihn neben dem Brandenburger Holger Wulschner am herzlichsten empfing, gleich noch einmal, als er auch noch das Championat von Berlin gewann. Ein Springen, bei dem sich die neun Gruppensieger der ersten Runde und die drei Zeitschnellsten für ein Stechen qualifizieren. Beerbaum ritt zweimal eindrucksvoll die schnellste Nullrunde und ließ den Schweizer Beat Mädli als Zweiten und den Österreicher Hugo Simon als Dritten hinter sich.

Am späten Freitagabend gewann dann René Tebbel auf Renometto das Mächtigkeitsspringen, eine Art Hochsprung für Pferde. Die erste Prüfung am Sonnabend gehörte dann endlich den Dressurreitern. Beim Preis des Senats von Berlin zeigte Mannschaftsolympiasiegerin Ulla Salzgeber mit ihrem Rusty (1589 Punkte) die eindrucksvollste Leistung.

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