Reitsport : Doping auf vier Beinen

Positive Proben bereiten der deutschen Reiterei immer größere Probleme – nun wurde der dreimalige Derby-Sieger Toni Haßmann gesperrt.

EmsbürenDas Doping-Problem in der deutschen Reiterei wird immer größer. Während der dreimalige Derby-Sieger Toni Haßmann zu zwei Monaten Sperre verurteilt wurde, muss sich der dreimalige Deutsche Springreit-Meister Rene Tebbel wegen einer positiven Dopingprobe bei dem von ihm gerittenen Pferd Idol de Reve verantworten. Immer noch anhängig ist der Fall des Weltcup-Zweiten Daniel Deußer.

Toni Haßmann ist aufgrund einer positiven Dopingprobe bei dem Pferd Classic H vom Weltreitverband Fei zu einer zweimonatigen Pause verurteilt worden. Das bestätigte der Springreiter aus Lienen am Mittwoch. Ob er Berufung einlege, sei noch offen. „Ich habe noch nicht die Urteilsbegründung bekommen“, sagte der 31 Jahre alte Reiter. Bei der Kontrolle im beim Weltcup-Turnier in Bordeaux waren die verbotenen Substanzen Betamethason und Methylprednisolon nachgewiesen worden.

Nach Haßmanns Angaben war die damals 14-jährige Stute vor dem Wechsel aus den USA im Dezember 2005 mit Methylprednisolon und im Januar 2006 mit Betamethason behandelt worden. Nach Aussage seines Tierarztes hätten die Substanzen lange vor der Veranstaltung in Bordeaux abgebaut sein müssen, sagte der Reiter. Haßmann hatte das früher von der Schwedin Helena Persson gerittene Pferd von der amerikanischen Besitzerin zur Verfügung gestellt bekommen.

Ein neuer Fall hat sich nun bei Rene Tebbel und Idol de Reve entwickelt. Bei der elfjährigen Stute aus französischer Zucht ist nach Angaben der Fei Anfang Juli beim CHIO in Aachen Testosteron nachgewiesen worden. Auf eine B-Probe hat Tebbel nach Rücksprache mit seinem Anwalt Ulf Walz (Schweiz) verzichtet. „Zu keiner Zeit wurde der Stute das männliche Hormon verabreicht, es wurden auch keine Ergänzungsmittel gegeben, die möglicherweise die Testosteronproduktion hätte erhöhen können“, versicherte Tebbel. Laut Tebbel ist der Testosteron-Fund Folge eines Tumors in der Gebärmutter des Pferdes. Dies habe die Diagnose des Tierarztes Peter Cronau (Bochum) ergeben, der in der vergangenen Woche zur Untersuchung des Pferdes nach Italien gereist war. „Sonst kann so ein Wert nicht erreicht werden“, sagte Tebbel. Der 38 Jahre alte Profi aus Emsbüren war im Sommer in Gera zum dritten Mal in Folge Deutscher Meister geworden.

Er habe Idol de Reve bei den Turnieren in Nörten-Hardenberg und Aachen zur Probe geritten, sagte Tebbel: „Sie stand zum Verkauf.“ Aus dem Handel sei nichts geworden, das Pferd sei jetzt in Italien. Tebbels Anwalt wartet noch auf einen Beweis für den Tumor. „Das müsste eine Einstellung des Verfahrens geben“, lautete seine Einschätzung. dpa

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