Reitsport : Vorsprung des Alters

Der älteste Teilnehmer hat sich durchgesetzt: Olympic As siegt bei der Derby-Woche in Mariendorf.

Carsten John
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Drauf gewiehert! Die Sieger Olympic As und Thomas Panschow. -Foto: Peters

BerlinGestern startete der Berliner Trabrenn-Verein auf dem Mariendorfer Oval in die Derby-Woche 2007. Das Fazit fiel am Ende nur zum Teil freundlich aus. Der Eröffnungstag zog wegen des Dauerregens weit weniger Publikum als in den Vorjahren an, in optimistischen Schätzungen wurde von 4000 Besuchern berichtet, die allerdings mit Hilfe der Trabrennfans in den dazugeschalteten Wettbüros beim Toto in etwa so fleißig wie 2006 waren. Weniger Mühe mit den widrigen Bedingungen hatten scheinbar die vierbeinigen Akteure. Im Finale, erstmals über die Steherdistanz von 2500 Metern gestartet, siegte der älteste und erfolgreichste Teilnehmer Olympic As, der sich auf der Zielgeraden in überlegener Manier durchsetzte.

Der zehnjährige Schimmelhengst aus dem Besitz des Springreit-Olympiasiegers Alwin Schockemöhle wurde von Arnold Mollema in Holland vorbereitet und ist im für Traber bereits sehr reifen Alter von zehn Jahren. Er gewann schon reputationsreiche Prüfungen innerhalb und außerhalb Deutschlands und nötigte auch seinem Siegfahrer Thomas Panschow Respekt ab: „Er ist nach seinen größten Erfolgen älter und grauer, aber keinesfalls müde geworden. Ich hatte schon im Vorfeld das Gefühl, dass Olympic As besonders im zweiten Heat und über den langen Weg sein besonderes Können abrufen wird.“ Seinen Fans brachte der Sohn des deutschen Champion-Vererbers Diamond Way, ebenfalls im Besitz von Schockemöhle, die lukrative Quote von 92:10, während der favorisierte und bis in den Einlauf hinein führende Toulouse immer müder wurde und sogar mit einem Sulkyrad vom Geläuf geriet, also als schließlich Viertplatzierter sogar hätte disqualifiziert werden können.

Ebenfalls um 20 000 Euro ging es im ersten Auktionsrennen der Derby-Geschichte. An ihm konnten nur Pferde, die 2005 als Jährlinge in Mariendorf zur Versteigerung gestanden hatten, teilnehmen. Es gewann der von Roland Hülskath gesteuerte King of Georgia, der den lange führenden bayerischen Außenseiter Cyrano aus dessen Windschatten heraus übertrumpfte. Die beiden Erstplatzierten stammen aus der renommierten Lasbeker Zucht in Holstein, die auch am kommenden Samstag einige ihrer Zöglinge im Rahmen der Derby-Auktion in den Ring schicken wird.

Erstaunt waren nicht wenige der Zuschauer, die aus dem Nassen ins Trockene flüchten wollten, dass der neue Gastronom des Tribünenhauses drei der sechs Ebenen nicht bewirtschaftete. Spätestens am Samstag mit dem Stutenderby und am Sonntag mit dem 112. Traberderby muss das Angebot wohl hochgefahren werden. Denn die Zuschauer sollten beim Höhepunkt des deutschen Trabrennsports, der wirtschaftlich nach wie vor angeschlagen ist, nicht im Regen stehen.

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