Relegation : Energie Cottbus steigt ab

Nach der 0:3-Blamage im Hinspiel und einer enttäuschenden 0:2-Niederlage im Rückspiel muss sich das Cottbusser Team in der nächsten Saison mit der Zweitklassigkeit begnügen. Die Lausitzer wirkten bis zuletzt unmotiviert - die Nürnberger hingegen haben allen Grund zum Feiern.

NürnbergDer 1. FC Nürnberg hat den siebten Bundesliga- Aufstieg mit einem lockeren Pfingstspaziergang perfekt gemacht und den FC Energie Cottbus als letzten Ost-Club in die Zweitklassigkeit gestürzt. Tore von Christian Eigler (29. Minute) und Marek Mintal (37.) sorgten für den 2:0 (2:0)-Sieg am Sonntag und damit die direkte Rückkehr der Franken nach nur einem Jahr im Fußball-Unterhaus. Vor 46 780 Zuschauern im ausverkauften Frankenstadion kamen nach dem 3:0- Erfolg des FCN im Hinspiel am Donnerstag in Cottbus keine Zweifel am Nürnberger Bundesliga-Einzug mehr auf.

Die Nürnberger setzten sich in der erstmals seit 1991 wieder ausgetragenen Bundesliga-Relegation als vierter Zweitligist durch und zogen zudem mit Arminia Bielefeld als Rekordaufsteiger gleich. Trainer Michael Oenning schaffte mit dem jungen FCN-Team gleich in seiner Premierensaison als Chef-Coach einen bei seiner Amtsübernahme im Spätsommer 2008 noch kaum für möglich gehaltenen Erfolg. Ein Jahr nach dem Bundesliga-Abstieg konnte der Traditionsclub wie schon beim Pokalerfolg 2007 an einem Pfingstwochenende die Korken knallen lassen.

Cottbus verabschiedete sich als einzig verbliebener Ost-Club aus der Bundesliga, wodurch in der kommenden Spielzeit erstmals seit vier Jahren und zum zweiten Mal überhaupt seit der Wiedervereinigung kein Verein aus der früheren DDR in der Eliteklasse spielen wird. In der Lausitz muss nach drei Jahren Bundesliga ein Neuaufbau erfolgen. Über den Namen des neuen Trainers wollte Manager Steffen Heidrich nicht spekulieren. Ex-Nationalspieler Ulf Kirsten dementierte Kontakte zu Energie.

Im letzten Spiel unter dem scheidenden Trainer Bojan Prasnikar, der mit seiner ungewöhnlichen Abschiedsankündigung am Tag vor der Partie die Auflösungserscheinungen beim FC Energie dokumentiert hatte, konnte das auf vier Positionen umgebaute Team den Anspruch auf Zugehörigkeit zur Eliteklasse erneut nicht antreten.

Von kampfloser Aufgabe war bei den Lausitzern nur in den Anfangsminuten nichts zu spüren. Jiayi Shao (2.) donnerte mit dem Mute der Verzweiflung einen Freistoß aus fast 40 Metern an die Querlatte. Gleich danach musste der bei dem Kracher des Chinesen noch verdutzte FCN-Schlussmann Raphael Schäfer zwei Kopfbälle von Nils Petersen und Timo Rost (3.) abwehren. Dann war das kurze Energie- Feuer schon wieder erloschen.

Der mit der gleichen Formation wie am Donnerstag spielende Club kontrollierte die Partie - die Fans hatten auf den Rängen längst mit Dauergesängen die erneute Pfingstparty gestartet und konnten sich auf 10 000 Liter Freibier freuen. Die FCN-Profis auf dem Rasen ließen es bei Sonnenschein gemächlich angehen und verwalteten ohne große Cottbus-Gegenwehr ihren beruhigenden Hinspiel-Vorsprung.

Der wurde durch den ersten gefährliche Torschuss ausgebaut. Eigler zirkelte den Ball mit toller Präzision aus halbrechter Position unter die Torlatte. Letzte Nürnberger Mini-Zweifel waren beseitigt. Cottbus hatte sich längst in sein Zweitliga-Schicksal ergeben. Und Mintal legte noch vor der Pause per Flachschuss nach. Die zweite Halbzeit war reines Schaulaufen. Das Nürnberger Fest störte nur eine kurze Spielunterbrechung wegen im Cottbusser Fanblock gezündeter Rauchbomben. (nal/dpa)

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