• Relegation gegen Eintracht Braunschweig: Wolfsburg hat das Potenzial zum Absteiger

Relegation gegen Eintracht Braunschweig : Wolfsburg hat das Potenzial zum Absteiger

Der VfL Wolfsburg muss in der Relegation gegen Eintracht Braunschweig ran. Die Mannschaft vertraut vor allem auf ihre spielerische Qualität.

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Wolfsburgs Mario Gomez nach dem Spiel gegen den HSV.
Wolfsburgs Mario Gomez nach dem Spiel gegen den HSV.Foto: Christian Charisius/ dpa

Die Spieler des VfL Wolfsburg mussten erst einmal hinter Gitter. Das Spiel beim Hamburger SV war gerade erst abgepfiffen worden, da standen vor dem Fanblock der Gäste bereits Absperrungen. Berittene Polizei hatte im Strafraum Aufstellung genommen. Eine Hundertschaft in Schwarz bildete eine Kette von Seitenlinie zu Seitenlinie. Im Volksparkstadion waren die Sicherheitskräfte auf alle Szenarien vorbereitet.

Vom VfL Wolfsburg konnte man das in den vergangenen Wochen nicht unbedingt behaupten. Dass die Mannschaft gegen Eintracht Braunschweig in die Relegation muss, um sich den Verbleib in der Fußball-Bundesliga zu sichern – das war für die Spieler wohl allenfalls eine theoretische Option gewesen. Ein Unentschieden hätte gegen den HSV zum Klassenerhalt gereicht, zwei Minuten vor dem Ende kassierte der VfL das 1:2. „Wir haben es als Mannschaft nicht geschafft und das bekommen, was wir verdient haben – eine Extrarunde“, sagte Stürmer Mario Gomez.

Größte Peinlichkeit der Bundesligageschichte

Dass der VfL in die Relegation muss, ist nüchtern betrachtet eine der größten Peinlichkeiten der Bundesligageschichte. Mit einem Gehaltsetat von 90 Millionen Euro stellt der VfL eine der teuersten Mannschaften der Liga, allein vor dieser Spielzeit hat der VW-Klub fast 100 Millionen Euro in neue Spieler investiert. Doch nur Gomez, der 10 der letzten 14 Saisontore erzielt hat, konnte die Erwartungen erfüllen. Drei Trainer versuchten sich an dem Kader, richtig stabil war die Mannschaft nie. „Wenn man in die Relegation muss, hat das seine Gründe“, sagte Wolfsburgs Geschäftsführer Wolfgang Hotze. „Die Entwicklung der letzten 24 Monate war sicherlich nicht positiv.“

Es ist eine Mischung aus mangelhafter Planung und ausgeprägter Selbstüberschätzung, die den VfL bis an den Rand des Abgrunds befördert hat. Und es ist noch nicht vorbei. Das Spiel in Hamburg, gegen einen erschreckend harmlosen HSV, müsste die Wolfsburger erst recht ins Grübeln bringen. „Das spiegelt ein bisschen unsere Saison wider“, sagte Gomez. „Von sehr gut zu miserabel – heute haben wir wieder alles gezeigt.“

"Dann kommt der Kopf dazu"

Für die Relegationsspiele gegen den Zweitligadritten zogen die Wolfsburger vor allem den Schluss, dass sie auch sehr gut sein können – und nicht etwa den, dass sie immer wieder patzen und in den entscheidenden Momenten die Entschlossenheit vermissen lassen: Das war in der Woche zuvor so, beim 1:1 zu Hause gegen Borussia Mönchengladbach, genauso wie bei der Niederlage in Hamburg, als die Wolfsburger den HSV leichtfertig wieder ins Spiel kommen ließen. „Dann kommt der Kopf dazu“, sagte Gomez. „Wenn wir anfangen zu überlegen, fällt uns das Fußballspielen nicht mehr leicht.“ Für die Relegation, wenn es mehr denn je um Stärke im Kopf geht, sind das nicht gerade die besten Aussichten.

Gegen Braunschweig wird der VfL zudem auf die verletzten Sebastian Jung und Riechedly Bazoer verzichten müssen. Trotzdem: „Das Vertrauen ist immer noch da bei den Jungs“, sagte Trainer Andries Jonker, der die Mannschaft Ende Februar auf Platz 14 übernommen hatte. „Wir kriegen’s hin.“ Sie vertrauen beim VfL weiterhin auf ihr Potenzial, obwohl dieses Potenzial nicht verhindert hat, dass die Mannschaft die Saison als Sechzehnter abgeschlossen hat. „Wir haben diesen Joker, den müssen wir nutzen“, sagte Gomez.

VfL und Eintracht trennen Welten

35 Kilometer liegen zwischen Wolfsburg und Braunschweig. Den VfL und die Eintracht aber trennen Welten. „Eine Mannschaft mit dem spielerischen Potenzial, das wir haben, sollte durchaus im Vorteil sein“, sagte VfL-Geschäftsführer Hotze. Bei Mario Gomez klang es ähnlich: „Wir müssen nicht drumherum reden: Wir sind die bessere Mannschaft. In zwei Spielen müssen wir uns durchsetzen. Das werden wir auch.“

Als die Eintracht in der Saison 2013/ 14 zuletzt in der Bundesliga spielte, gewann sie in Wolfsburg 2:0, in Braunschweig reichte es zu einem 1:1-Unentschieden.

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