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Relegation: Kaiserslautern will in die Bundesliga : Hoffenheim und die Betzenberg-Situation

27.05.2013 16:55 Uhrvon
Teufel, komm raus! Kaiserslautern hofft auf die Atmosphäre im eigenen Stadion.Foto: dpaBild vergrößern
Teufel, komm raus! Kaiserslautern hofft auf die Atmosphäre im eigenen Stadion.Foto: dpa - Foto: dpa

Kaiserslautern beschwört vor dem heutigen Rückspiel in der Relegation gegen die TSG Hoffenheim am Betzenberg die Kraft des Berges. Am Abend entscheidet sich, wer kommende Saison in der Bundesliga spielen darf.

Welch besonderer Ort Kaiserslautern ist, wenn es um Fußball geht, hat Mohamadou Idrissou im Sommer 2012 gemerkt, so schnell wie alle, die in die Pfalz wechseln. Überall begegnen den Neuzugängen die Geschichten aus den Zeiten, als selbst einen wie Paul Breitner eine „Betze-Phobie“ ergriff und er sagte, man solle die Punkte besser gleich per Post abliefern und sich die Reise an den Betzenberg sparen. Die Wände in den Gängen des Fritz-Walter-Stadions hängen voller Bilder, die die Erinnerung wach halten. Vor dem Rückspiel in der Relegation um den letzten zu vergebenden Platz in der Bundesliga scheinen Fotos und Geschichten wichtiger als jemals zuvor.

„Für Kaiserslautern und die Fans ist das ein besonderes Spiel, das spüren und wissen wir. Ich fühle, ich kann dafür etwas tun“, sagte Idrissou, dem diese Saison 17 Zweitligatreffer (32 Spiele) gelangen und das wichtige Tor im ersten Spiel in Hoffenheim beim 1:3. „Jetzt reicht uns ein 2:0“, sagt Idrissou. Aber nicht nur der Mann aus Kamerun wird derzeit mit Geschichten überschüttet, die vom Mythos Betzenberg berichten, wo Spiele oft länger dauerten und Tore trotz aussichtsloser Lage in der Nachspielzeit zu Siegtreffern wurden.

„Das ist so eine Situation“, sagte Kaiserslauterns Klubchef Stefan Kuntz, „da erinnerst du in Kaiserslautern an die Atmosphäre und die alten Zeiten.“ Kuntz grinste und meinte: „Ich freue mich auf die Wand.“ Er sprach von der Westkurve, wo die treuesten FCK-Anhänger stehen und von den fast 50 000 Zuschauern, die am Montag „bedingungslos hinter uns stehen“. Nicht nur Idrissou weiß, was am Montag „für eine tolle Stimmung herrschen wird“, der FCK hat für das entscheidende Spiel Helden aus vergangenen Tagen wie den ehemaligen Torwart Ronnie Hellström eingeladen.

Aufrufe, es gehe um alles und die Zukunft des Klubs, hinterlassen in der Pfalz immer noch Wirkung. FCK-Meistertrainer Otto Rehhagel arbeitete 1998 mit psychologischer Finesse an Fußballwundern auf dem Betzenberg. „Die“, soll er seinen Spielern über Gegner gesagt haben, „wollen euch eure Häuser und Frauen wegnehmen“. Ob das wirklich stimmt, kann keiner mehr genau sagen. Es hält sich aber als bunte Betze-Geschichte. Und heute arbeitet man in der Pfalz mit ähnlich subtilen Methoden.

Seit Stefan Kuntz 2008 als Vereinschef in die Pfalz zurückkehrte, hat er viele Kampagnen erfunden, um den Zusammenhalt zu stärken. Jetzt, gegen einen sportlich stärkeren Gegner, wirft er alles in die Waagschale, was sich finden lässt, um die Bindung der jahrelang von Misserfolgen und Skandalen mürbe gewordenen Kundschaft zu festigen. Furchteinflößende Stimmung gehört im Duell gegen Hoffenheim fest zum Programm.

Nun heißt es auf der Vereinshomepage: Der Atmosphäre am Betzenberg „mussten sich schon unzählige Gegner geschlagen geben. Der Mythos Betzenberg lebt – und es ist an der Zeit, der Geschichte dieses einzigartigen Fußballberges ein weiteres Kapitel hinzuzufügen“. Fast 60 Prozent glauben an einen Erfolg noch in der regulären Spielzeit. Und Trainer Franco Foda meinte gar, er sei „zuversichtlicher“ als vor dem Hinspiel.

Die beschworene Kraft des Berges hat sich jedenfalls bis zum Gegner Hoffenheim herumgesprochen. „Ich habe das wie viele oft im Fernsehen gesehen“, sagte TSG-Trainer Markus Gisdol und meinte auf die Frage nach einem Gegenmittel: „Angst haben wir keine, denn mehr als schreien können die Leute ja nicht.“ In Kaiserslautern hat man da ganz andere Erinnerungen.

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