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Relegation : Wolfsburg gewinnt in Braunschweig und bleibt in der Bundesliga

Der VfL Wolfsburg hat den Abstieg in die Zweite Liga mit einem 1:0-Sieg in Braunschweig verhindert. Fans der Eintracht stürmten nach Abpfiff das Spielfeld.

Die Erlösung: Vierinha und seine Mitspieler feiern das wichtige 1:0. Foto: Reuters / Fabian Bimmer
Die Erlösung: Vierinha und seine Mitspieler feiern das wichtige 1:0.Foto: Reuters / Fabian Bimmer

Vierinha war nicht mehr zu halten. Wolfsburgs Portugiese hatte mit einem fulminanten Schuss aus 16 Metern gerade das wichtige 1:0 für seine Mannschaft erzielt und lief im Vollsprint Richtung Gästekurve. Mehrfach schlug er sich mit der Hand auf die Brust und schrie seine ganze Erleichterung in den Braunschweiger Abendhimmel. Dass Eintracht Braunschweig im Relegations-Rückspiel bis dahin deutlich besser gewesen war, geschenkt. Vierinhas Tor war die entscheidende Szene in einem Spiel, in dem den Wolfsburgern der ganze Druck des Abstiegskampfes lange anzumerken war. Durch den 1:0 (0:0)-Sieg vor 23 000 Zuschauern in Braunschweig bleibt der VfL Wolfsburg in der Bundesliga. Schon das Hinspiel hatte der Erstligist ebenso knapp wie umstritten 1:0 gewonnen.

Trotz einer hoch motivierten Vorstellung, mehrerer guter Chancen und der großen Unterstützung der eigenen Fans verpassten die Braunschweiger den vierten Aufstieg in die Bundesliga nach 1974, 1981 und 2013. Für den ganz großen Erfolg fehlte ihnen in den beiden niedersächsischen Derbys vor allem die Konsequenz im Abschluss.

Ihre geballte Kraft legten die Braunschweiger in das wichtige Rückspiel, das 50 Jahre nach der ersten Meisterschaft den Aufstieg bringen sollte. Sie erkämpften sich gegen die Wolfsburger in der ersten Halbzeit Gelegenheit um Gelegenheit und sorgten dafür, dass die Nervosität der Gäste immer weiter stieg.

Beim ersten gefährlichen Angriff der Eintracht schoss Christoffer Nyman den Ball aus acht Metern freistehend nicht platziert genug aufs Wolfsburger Tor. Kurz darauf hätten die Gäste den Braunschweigern fast durch ein Eigentor einen Hilfsdienst erwiesen. Philipp Wollscheid köpfte den Ball zurück auf Koen Casteels – nicht ahnend, dass der Keeper bereits aus seinem Tor herausgelaufen war. Im letzten Moment bekam der Belgier den Ball noch zu fassen.

Die verunsicherten Wolfsburger ließen sich mehr und mehr in die eigene Hälfte drängen. Ideen im Spielaufbau fehlten völlig, die konzeptlos geschlagenen hohen Bälle auf Mario Gomez endeten häufig im Nichts. Gomez, der personifizierten Lebensversicherung des VfL, gelang insgesamt wenig: Er wirkte angesichts der fehlenden Spielkontrolle und andauernder Beschimpfungen von Braunschweiger Fans früh entnervt.

Gefährlicher wurde es auf der anderen Seite: Gustav Valsvik und Ken Reichel hatten gegen Ende der ersten Halbzeit weitere Gelegenheiten zur Führung, doch die Ruhe im Abschluss fehlte. Eine Schreckssekunde erlebte die Eintracht vor der Pause aber doch noch. Einen Treffer von Gomez erkannte Schiedsrichter Tobias Stieler korrekterweise nicht an, weil er kurz zuvor ein Foul von Yannick Gerhardt an Sauer erkannt hatte.
Die zweite Halbzeit hätte für die Hausherren nicht schlechter beginnen können. Vieirinhas Treffer nur vier Minuten nach Wiederanpfiff wirkte wie ein totaler Stimmungskiller. Der Glaube an den Aufstieg wurde von Minute zu Minute kleiner. In der 82. Minute sah Verteidiger Maximilian Sauer obendrein Gelb-Rot.

Einige Braunschweiger Anhänger konnten mit dieser Enttäuschung nicht umgehen. Schon in der Halbzeit war ein Ordner durch einen explodierten Feuerwerkskörper verletzt worden. Nach dem Abpfiff stürmten zahlreiche Fans das Spielfeld. (Tsp/dpa)

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