Sport : Revanche in Fröttmaning

Michael Rosentritt

verabschiedet sich vom Münchner Olympiastadion Mit dem englischen Fußball haben wir Deutsche so unsere Erfahrungen. Man denke nur an das 1:5 der deutschen Nationalelf gegen England im September 2001. Es war das letzte Länderspiel im Münchner Olympiastadion. Und jetzt Chelsea. Das Aus des FC Bayern in seinem 100. Champions-League-Spiel markiert das Ende einer Ära. Im Münchner Olympiastadion wird nie wieder ein bedeutendes internationales Fußballspiel stattfinden.

In wenigen Wochen ziehen die Münchner Fußballprofis um nach Fröttmaning in die 340 Millionen teure Allianz Arena. In der nächsten Woche wird der Rasen verlegt, am 30. Mai weiht die deutsche Nationalmannschaft die neue Heimspielstätte des FC Bayern ein. Das Olympiastadion wird umgewandelt in ein gigantisches Freiluft-Kino, und im Winter sausen Snowboarder die Ränge runter.

Wird uns das Stadion mit dem weltberühmten Zeltdach fehlen? Hier wurden vor 33 Jahren Heide Rosendahl, Klaus Wolfermann und Ulrike Meyfarth Olympiasieger. Gerd Müller schoss 1974 das Siegtor im WM-Finale. Hier holte der FC Bayern 16 seiner 18 Meistertitel und bescherte uns unvergessliche Europapokal–Nächte. Gemocht wurde es trotzdem nicht. Die Weitläufigkeit ließ nie eine dichte und stimmungsvolle Atmosphäre zu. Vielleicht hat das den Engländern geholfen.

Ein kleiner Trost bleibt den Münchnern. Das letzte Fußballspiel im ehrwürdigen Londoner Wembleystadion im Oktober 2000 gewann Deutschland 1:0. Das Tor erzielte Dietmar Hamann, ein früherer Spieler des FC Bayern.

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