Sport : Ring frei für Vettel

Die Formel 1 fährt im Juli auf dem Nürburgring.

So schön war’s 2011. Der Nürburgring wechselt sich mit dem Hockenheimring bei der Austragung des deutschen Formel-1-Rennens ab. Foto: p-a/dpa Foto: picture alliance / dpa
So schön war’s 2011. Der Nürburgring wechselt sich mit dem Hockenheimring bei der Austragung des deutschen Formel-1-Rennens ab....Foto: picture alliance / dpa

Berlin - Sebastian Vettel war erleichtert. „Der Nürburgring ist jedem ein Begriff und für uns alle ist es sehr wichtig, den Grand Prix dort zu fahren“, sagte der Formel-1-Weltmeister. „Ich freue mich, dass der Grand Prix jetzt sichergestellt ist.“ Am 7. Juli, das ist nun klar, wird Vettel also in sein Heimrennen auf dem Nürburgring starten können. Nach monatelangen Verhandlungen hatte sich der Formel-1-Vermarkter Bernie Ecclestone mit der Betriebsgesellschaft des finanziell angeschlagenen Rennkurses endlich auf die Austragung geeinigt.

Gesichert ist aber zunächst nur der Grand Prix in diesem Jahr, 2014 wäre ohnehin wieder der Hockenheimring an der Reihe. Wie es langfristig mit dem Nürburgring weitergeht, liegt auch in der Hand der staatlichen Sanierer. Sie wollen ein Konzept entwickeln und nach Investoren suchen. Vor diesem Hintergrund wählte auch Malu Dreyer ihre Worte. „Dass die Formel 1 erneut am Ring gastiert, ist ein klarer Beleg für die Attraktivität der Rennstrecke“, sagte die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz. Ihr Bundesland ist der größte Gläubiger des Rings, und der angestrebte Verkauf erscheint mit der Formel 1 als Mitgift deutlich realistischer.

Das Zittern um die Formel 1 in der Eifel begann mit dem Bau eines überdimensionierten Freizeitparks. Der kostete mehr als 300 Millionen Euro und trieb die staatliche Betriebsgesellschaft der Strecke im Sommer 2012 in die Insolvenz. Danach war lange unklar, wer jetzt eigentlich am Nürburgring das Sagen hat. Noch Anfang der Woche irrte auch Ecclestone, selbst Freund komplexer Firmenstrukturen, ratlos durch dieses Dickicht. Die Situation sei „chaotisch“ und „ziemlich politisch, mit verschiedenen Gruppierungen, die sich bekämpfen“, sagte er, versicherte aber auch: „Wir geben unser Bestes.“ Am Mittwochabend vermeldete der Mann, der selbst eine Anklage in Deutschland wegen Schmiergeldzahlungen fürchten muss, dann die Rettung des deutschen Formel-1-Rennens.

Aber alle Unklarheiten hat auch Ecclestone nicht ausräumen können. Fraglich ist noch, ob Vettel und seine Kontrahenten im Juli tatsächlich namentlich um den Großen Preis von Deutschland fahren. Das hängt davon ab, ob sich der Automobilklub AvD, der die Namensrechte hält, als Sportlicher Ausrichter engagiert. Alternativ steht die Bezeichnung Großer Preis von Europa im Raum. chh/dpa

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