Sport : Rolle rückwärts

Radverband hebt den Ausschluss von Lehmann und Becke auf

Hartmut Moheit

Berlin . Jens Lehmann erfuhr es nicht vom Verband, sondern von einem Journalisten. Erfreulich war es allemal, was er da vernahm. Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) hat den Ausschluss von Lehmann und Daniel Becke aus der Nationalmannschaft der Bahnfahrer mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Damit haben die Athleten wieder die Chance auf die Qualifikation für die Olympischen Sommerspiele in Athen 2004. Der Beschluss folgte nur wenige Tage nach der Ankündigung von Becke, sein Recht vor einem ordentlichen Gericht einzuklagen. Diesen Schritt hatte sich auch Lehmann vorbehalten.

Der Leipziger Lehmann sowie die Thüringer Becke, Sebastian Siedler und Christian Bach hatten sich bei den Weltmeisterschaften 2003 in Stuttgart geweigert, mit den Berlinern Robert Bartko und Guido Fulst im Bahnvierer zu fahren. Daraufhin hatte der BDR in seiner Paradedisziplin keine Mannschaft an den Start geschickt und Lehmann bis zum 31. Dezember 2004, Becke und Siedler bis zum 31. August 2004 gesperrt. Lediglich Bach, der sich im Nachhinein für sein Verhalten entschuldigte, wurde bis Ende Dezember 2003 aus der Nationalmannschaft ausgeschlossen. Wie mit Siedler weiter verfahren wird, ließ der BDR offen.

„Damit die Olympia-Vorbereitung sich wieder voll ihrer eigentlichen Aufgabe widmet, nämlich die Grundlage für ein gutes sportliches Abschneiden unserer Sportler zu legen, hat das Präsidium die Wirkungen des Beschlusses vom 7. August vorigen Jahres mit sofortiger Wirkung ausgesetzt“, erklärte BDR-Präsidentin Sylvia Schenk.

„Das ist eine Entscheidung im Sinne des Sports. Bei der nationalen Olympia-Ausscheidung am 10. Februar in Frankfurt an der Oder kann ich nun ohne Druck an den Start gehen“, kommentierte Lehmann. Zunächst einmal aber startet er beim Sechstagerennen in Stuttgart. Bei den Sixdays in Berlin, für die am 22. Januar der Startschuss fällt, ist Lehmann jedoch nicht erwünscht. „Er hat sich unehrenhaft verhalten. Außerdem ist unser Teilnehmerfeld längst voll“, sagte dazu Heinz Seesing, der Chef des Berliner Sechstagerennens.

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