Sport : Rookie vom Rhein

Sebastian Vollmer siegt beim Debüt in der NFL

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Debüt gelungen. Vollmer ist der erste Deutsche in der NFL seit Ende 2005. Foto: dpaEPA

Boston - Der deutsche Debütant hatte gleich doppelten Grund zur Freude. Mit einem glücklichen und hart erkämpften 25:24-Heimsieg seiner New England Patriots gegen die Buffalo Bills ist Sebastian Vollmer seit Montagabend (Ortszeit) der vierte Deutsche in der National Football League (NFL). „Es ist ein gutes Gefühl, vor allem, weil wir am Ende noch gewonnen haben. Die Atmosphäre war toll, die Fans super, für mich ein beeindruckendes erstes NFL-Spiel“, sagte Vollmer.

Bis 2:10 Minuten vor Schluss sah es für den ehemaligen Akteur der Düsseldorf Panther nach einem Debakel aus. Außenseiter Buffalo führte überraschend beim Meisterschafts-Mitfavoriten 24:13, ehe Patriots-Playmaker Tom Brady im ersten Spiel nach seinem Kreuzbandriss seine ganze Klasse zeigte und mit zwei präzisen Touchdown-Pässen auf Benjamin Watson innerhalb von 75 Sekunden das Spiel noch drehte.

„Ich habe definitiv daran geglaubt, dass wir noch gewinnen. Man darf nie aufgeben. Wenn man so einen Quarterback wie Tom Brady hat, ist nichts unmöglich“, sagte der 25 Jahre alte Vollmer. Er hatte bei seiner Einwechslung in der 21. Minute die deutsche Durststrecke in der NFL nach 1360 Tagen beendet. Zuletzt hatte sein Landsmann Constantin Ritzmann an Heilig Abend 2005 für die Atlanta Falcons auf dem NFL-Rasen gestanden.

Vollmer führte sich als left Tackle gleich gut ein. Nur zwei Minuten nachdem er ins Spiel gekommen war, gelang Runningback Fred Taylor der erste Touchdown für die Patriots zum 7:7-Ausgleich. Shawn Nelson hatte Buffalo zuvor mit einem Touchdown in Führung gebracht. Als Patriots-Kicker Stephen Gostkowski unmittelbar vor der Halbzeit per Field-Goal auf 10:14 verkürzte, war Vollmer ebenfalls auf dem Feld. „Ich denke, meine Leistung war ganz gut, ich habe das gemacht, was ich machen sollte – meine Gegner geblockt“, sagte der junge Deutsche, dessen Vater unter den 68 756 Zuschauern im ausverkauften Gillette-Stadium war.

Als Fred Jackson 5:38 Minuten vor dem Ende Buffalo mit einem Touchdown 24:13 in Führung brachte, verließen viele Zuschauer das Stadion. Sie verpassten letztlich Bradys Brillanz, jubelnde Patriots und das sympathische Siegerlächeln von Vollmer. „Good job“ lobten seine Mitspieler den Rookie vom Rhein. Nach seinem Debüt gab es für den 145-Kilo-Mann nur ein Problem. „Ich habe noch jede Menge Adrenalin im Körper. Ich glaube, mit dem Einschlafen wird es heute nicht so einfach.“ dpa

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