Sport : Ruhe im Tor

Sven Goldmann

zieht eine Bilanz im Streit Kahn-Lehmann-Hildebrand War das ein Geschrei, als Jürgen Klinsmann bei seinem Amtsantritt als Bundestrainer die Torwartfrage zu einer offenen machte und Oliver Kahn scheinbar den Stammplatz nahm. Neun Monate später schreit nur noch der entmachtete Torwarttrainer Sepp Maier, aber den nimmt eh keiner mehr ernst. Wenn Jens Lehmann nicht heute die deutsche Mannschaft mit einer Weltklasseleistung gegen Brasilien ins Finale um den Confed-Cup bringt und dieses Finale dann nicht durch einen Fehler Kahns verloren geht, wenn also alles normal läuft, dann gibt es nach diesem Turnier keine Torhüterdiskussion mehr.

Neun Monate lang hat der Bundestrainer seine Torhüter rotieren lassen, hat jedem seine Chance gegeben, und am Ende des umstrittenen Experiments ist alles so, wie es schon immer war. Oliver Kahn ist die klare Nummer eins, seine Leistung hat er durch den Konkurrenzkampf stabilisiert, wenn nicht sogar gesteigert. Kann sich jemand an den letzten schweren Fehlers Kahns erinnern? Jens Lehmann fehlt bei allem Talent die Konstanz, die seinen Rivalen auszeichnet. Er liegt so weit hinter Kahn, wie er selbst vor Timo Hildebrandt liegt, der auf und neben dem Platz hat erkennen müssen, wie viel ihm noch fehlt zu einem echten Klassemann.

Mit einem einfachen Trick hat Klinsmann die alte Rangordnung auf der wichtigsten Position der Nationalelf bestätigt. Nicht per Erlass wie sein Vorgänger Rudi Völler, sondern transparent und nachvollziehbar, auch für die drei unmittelbar Beteiligten und deren Lobbyisten. Es herrscht Ruhe im deutschen Strafraum. Wenn das kein Meisterstück ist.

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