Sport : Ruhe und ein Rekord

Bundesligisten reduzieren Kader zum Transferende.

Schwerer Fall, einfache Entscheidung. Arnautovic verlässt Werder Bremen. Foto: dpa
Schwerer Fall, einfache Entscheidung. Arnautovic verlässt Werder Bremen. Foto: dpaFoto: dpa

Berlin - Am Tag nach der Bestätigung des teuersten Transfers in der Fußball-Geschichte bestimmte natürlich Gareth Bale die Schlagzeilen – der Waliser also, der für 100 Millionen Euro von Tottenham Hotspur zur Real Madrid gewechselt ist. In Anbetracht dieser astronomischen Summe wäre beinahe untergegangen, dass am letzten Tag der Sommer-Transferfrist auch noch einige Bundesligisten aktiv geworden waren. Während im europäischen Ausland vor allem der Wechsel des Brasilianers Kaká von Real Madrid zu seinem Ex-Klub AC Mailand und die Gerüchte um den wohl bevorstehenden Wechsel Mesut Özils aus Madrid zu Arsenal London diskutiert wurden, ging es in Deutschland verhältnismäßig ruhig zu: Den letzten Verkaufstag nutzten die meisten Klubs zur Reduzierung ihres Kaders.

So trennte sich Werder Bremen unter anderem von Marko Arnautovic. Der ebenso begabte wie umstrittene Österreicher war in seiner Zeit in Bremen häufiger durch Entgleisungen abseits des Fußballplatzes aufgefallen als durch gute Leistungen auf dem Feld. Nun wechselt Arnautovic zu Stoke City in die englische Premier League. Zudem verlassen die Talente Johannes Wurtz und Florian Hartherz den SV Werder. Stürmer Wurtz wird zunächst für ein Jahr an den SC Paderborn verliehen, Verteidiger Hartherz geht ebenfalls zum Zweitligisten, er wird allerdings verkauft.

Darüber hinaus trennte sich der VfL Wolfsburg von Patrick Helmes und Makoto Hasebe. Der Japaner wird künftig für den 1. FC Nürnberg auflaufen, Helmes wechselt zu seinem Heimatverein 1. FC Köln. Eintracht Frankfurt hat sich zudem für ein Jahr die Dienste des Schalkers Tranquillo Barnetta gesichert.

In der Gesamtbilanz hat die Bundesliga mit allen Transfers des Sommers einen neuen Rekord aufgestellt. Nach Schätzungen der Nachrichtenagentur dpa gaben die 18 Klubs rund 250 Millionen Euro für neue Spieler aus. Dem stehen Transfererlöse in Höhe von 208 Millionen Euro gegenüber. Damit liegt die höchste deutsche Spielklasse bei den Ausgaben knapp über dem Wert aus dem Vorjahr. Zum vergleichbaren Zeitpunkt vor zwölf Monaten hatten die Klubs rund 245 Millionen Euro investiert.

Anders als im Schlussverkauf des vorigen Sommers, als teure Stars wie Javier Martinez (Bayern München) und Rafael van der Vaart (Hamburg) kurz vor Ablauf der Transferperiode nach Deutschland gewechselt waren, blieben spektakuläre Verpflichtungen diesmal weitgehend aus. Lediglich der FC Schalke landete mit Kevin-Prince Boateng am vorigen Freitag einen späten Coup. Wie groß die Sehnsucht nach einem Führungsspieler war, dokumentiert die Tatsache, dass der angeblich 12 Millionen Euro teure Neuzugang vom AC Mailand nach nur einer Trainingseinheit bei seinem Klub in der Bundesliga zum Einsatz kam. Das starke Debüt von Boateng beim 2:0 über Leverkusen wertete Heldt als Bestätigung für die Investition: „Er ist einfach ein Leader – seine Aktionen haben Hand und Fuß.“

Mit der Transferfrist endeten auch die Spekulationen über den Zukauf weiterer Stars. Das dürfte vor allem beim FC Schalke für mehr Ruhe sorgen. So bestätigte sich das von englischen Medien geschürte Gerücht nicht, wonach Emmanuel Adebayor von Tottenham Hotspur mit einem Wechsel ins Ruhrgebiet geliebäugelt habe. Tsp

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