Sport : Russische Revolution

Steffen Hudemann

über eine neue Macht im europäischen Fußball Zum siebzigsten Jahrestag der Gründung der Kommunistischen Partei feierte die Sowjetunion im Fußball ihren letzten großen Erfolg. Bei der Europameisterschaft 1988 in Deutschland kam die Nationalmannschaft bis ins Finale, wo sie den Niederlanden 0:2 unterlag. Sowjetische Erfolge im Fußball waren damals keine Seltenheit. Dynamo Kiew gewann zweimal, Dynamo Tiflis einmal den Europapokal. Und 1960 holten die Sowjets mit ihrem legendären Torhüter Lew Jaschin den Europameistertitel, vier Jahre später erreichten sie noch einmal das Finale.

Doch mit dem Untergang des Sowjetreiches endete auch die große Zeit russischer Fußballkollektive. Bei der EM 1992 traten die ehemaligen Sowjets unter dem Kürzel GUS, für „Gemeinschaft Unabhängiger Staaten“ an. Dass man mit so einem Namen keinen Titel gewinnt, verwundert nicht. Auch in den Vereinswettbewerben blieben die Erfolge aus.

Das hat sich geändert. Der Ölmilliardär Roman Abramowitsch hat nicht nur den FC Chelsea zur vielleicht besten, jedenfalls aber teuersten Vereinsmannschaft Europas gemacht – mit 50 Millionen Euro will er auch ZSKA Moskau, den ehemaligen Klub der Sowjetarmee, in die europäische Spitze führen. Am Donnerstag gewann Moskau im Hinspiel des Uefa-Pokal-Viertelfinales 4:0 gegen AJ Auxerre und darf damit zu den Favoriten auf den Gewinn des Wettbewerbs gezählt werden. Siegt Chelsea auch noch in der Champions League, hätten die Russen, zumindest indirekt, sogar in beiden europäischen Vereinswettbewerben triumphiert. Europas Klubs werden in Zukunft wohl häufiger nach Osten blicken.

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