Russland - Spanien : Jede Menge Probleme

Die Probleme des spanischen Trainers heißen Pawljutschenko, Arschawin und Schirkow. Wie soll man die bloß in den Griff bekommen? Die Probleme des russischen Trainers heißen Torres, Villa und Silva. Wie will man die nur in den Griff bekommen?

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Liegen und liegen lassen. Xabi Alonso umdribbelt seinen Mitspieler David Villa im Training.Foto: AFP

Guus Hiddink hat seine Defensivtaktik im Spiel gegen die Niederländer schon gezeigt: Verteidigt wird mit Fünferkette. Seine russischen Jungs sind schnell genug, um gleich wieder nach vorne zu rennen. Außerdem dürften die Spieler aus der 1:4-Vorrunden-Niederlage gegen die Spanier gelernt haben und werden sich nicht wieder so naiv übertölpeln lassen.

Aber auch die Spanier sind gewarnt. Schon im Gruppenspiel hatten die Russen ihre Verteidigung mehrfach in arge Verlegenheit gestürzt. "Wir müssen höllisch aufpassen", sagt Marcos Senna, der im Mittelfeld eine Hauptlast der Defensivarbeit tragen muss. Zur Vorsicht mahnt auch Mittelfeldregisseur Xavi: "Die Russen haben unglaubliches Selbstvertrauen. Der Sieg gegen den Favoriten Niederlande hat ihre Moral weiter gestärkt."

Allerdings dürften ihnen die Spanier darin kaum nachstehen. Cesc Fabregás erklärt: "Wir sind gekommen, um Europameister zu werden. Nicht, um das Viertelfinale zu überstehen." Was zwar eine Selbstverständlichkeit sein sollte, doch bekanntlich haben die Spanier ihren größten Erfolg seit 24 Jahren in nichts anderem gefeiert, als am Sonntag eben dieses Viertelfinale überstanden zu haben. Außerdem konnten sie erstmals seit Menschengedenken die Italiener in einem Pflichtspiel besiegen, gewannen ein Elfmeterschießen, was auch nicht die Regel ist, und notierten nebenbei das 20. Spiel ohne Niederlage in Folge. Keine Mannschaft der Welt, der dies nicht Schwung gäbe – und die Spanier scheinen diesmal tatsächlich eine Mannschaft zu sein, statt wie so oft an eine Sammlung kostbarer Einzelstücke zu erinnern.

Hiddink dagegen versucht, den Überschwang im Lager der Russen etwas zu dämpfen: "Spanien ist wieder Favorit." Er möchte, dass seine Spieler befreit auftreten können. "Sie sollen das Halbfinale genießen. Doch wenn man in der Lage ist, ein Spiel zu genießen, dann spielt man oft auch gut."

Es treten also an: Neue Siegermentalität gegen unbekümmerte Spielfreude. Anders gesagt: Wie stoppt man Pawljutschenko, Arschawin, Schirkow? Bzw. Torres, Villa, Silva? (Tsp)

Halbfinale, Ernst-Happel-Stadion Wien, 20.45 Uhr, live in der ARD

Russland: Akinfejew - Anjukow, Ignaschewitsch, Schirokow, Schirkow - Semak, Syrjanow, Semschow, Biljaletdinow - Arschawin, Pawljutschenko.

Spanien: Casillas - Ramos, Puyol, Marchena, Capdevila - Iniesta, Senna, Xavi, Silva - Torres, Villa.

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