Sport : SC Charlottenburg erhöht Druck und Arbeitspensum

Karsten Doneck

Der Etat ist gestiegen, die Erwartungen auch. Knapp eine Million Mark lässt sich der SC Charlottenburg die nächste Saison in der Volleyball-Bundesliga der Männer kosten, doch für diesen Preis wird der Mannschaft auch viel Fleiß abverlangt. "Es müssen Endspielteilnahmen her", verlangt Kaweh Niroomand. Und wer von den Beteiligten diese Zielvorgabe für allzu hoch gegriffen hält, der blitzt mit seinen Bedenken beim SCC-Manager ab. "Unsere Spieler sollen ruhig einen gewissen Druck spüren", sagt Niroomand. In drei Wettbewerben bietet sich dem SCC in der am 26. September beginnenden Saison die Chance, ins Finale vorzustoßen: deutsche Meisterschaft, deutscher Pokal und CEV-Pokal.

Um möglichst erfolgreich abzuschneiden, hat der SCC seine ohnehin schon professionellen Strukturen weiter verfeinert. Zunächst wurde aus den Reihen des Talente-Sammelbeckens VC Olympia der zuvor recht schlanke Kader auf 19 Spieler aufgestockt. "Fast alle sind unter 25 Jahre alt. Dadurch brauchen wir in den nächsten fünf bis sieben Jahren praktisch keine auswärtigen Spieler hinzuziehen und können trotzdem Spitzenvolleyball bieten", erklärt Niroomand das langfristig angelegte Konzept, das nach wie vor auch die Basisarbeit für die deutsche Nationalmannschaft darstellt.

Auch das Arbeitspensum wird gesteigert. Die Spieler müssen zwischen 20 und 25 Stunden pro Woche trainieren. Deshalb hat sich Ulf Quell, mit seinen 30 Jahren eine der wenigen routinierten Kräfte im Team, sogar von seinem Job als Bürokaufmann frei stellen lassen. Nur bei dem 18-jährigen Sven Glinker musste der SCC einen Kompromiss schließen: Weil Glinker Wert auf eine ordentliche Berufsausbildung legt, wird er wöchentlich "nur" 12 bis 15 Stunden dem Volleyballtraining widmen.

Für die zweite Zuspielerposition hinter Frank Dehne hat der SCC den 22-jährigen Ilja Wiederschein vom Post SV hinzugeholt. Damit erhielt Torsten Schulz eine neue Rolle zugeteilt. Er soll künftig nicht nur als Universalspieler der Mannschaft helfen, sondern mehr noch Cheftrainer Brian Watson als Assistent unter die Arme greifen.

Mit der "Germania" und "LOT" sponsern inzwischen zwei Fluggesellschaften den SCC. Da wird es für die Mannschaft ja wohl allerhöchste Zeit, nun auch zum sportlichen Höhenflug abzuheben.

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