Sport : SC Freiburg: Mit dem Interregio nach Wladikawkas

Im UI-Cup steht der SC Freiburg bereits, zur Uefa-Pokal-Teilnahme fehlt nur noch ein kleiner Schritt, und sogar die Sterne der Champions League sind nicht unerreichbar. Und doch verliert der Tabellensechste der Fußball-Bundesliga nicht den Boden unter den Füßen. "Wenn am Ende jemand darüber enttäuscht wäre, nur Achter geworden zu sein, dann läuft hier etwas falsch", sagt Manager Andreas Rettig. Torwart Richard Golz kündigt aber bereits auf seiner Homepage für Samstag den Beitrag an: "Bahnfahren in Europa oder: Wie komme ich am sichersten mit dem Interregio nach Wladikawkas?"

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Tipp-Spiel: Wer wird Deutscher Meister? Die Freiburger benötigen nur noch einen Punkt, um in der nächsten Spielzeit auf direktem Wege um den Uefa-Pokal zu kicken. "Wenn man sieht, dass wir zu den drei, vier Vereinen in der Klasse gehören, die am wenigsten Geld bewegen, können wir keine hehren Ziele formulieren", sagt Rettig vor der letzten Partie am Samstag gegen den VfL Wolfsburg. In seiner Trainerkabine hat Volker Finke immer noch griffbereit die "Sportbild"-Ausgabe vom 2. August 2000 liegen. Darin waren sich die Experten einig: Freiburg erreicht nur 19 Punkte und ist Abstiegskandidat Nummer eins.

Mit Kontinuität trotz personeller Probleme hat sich Freiburg jedoch bis auf den sechsten Rang vorgespielt. "Ich finde es fatal, wenn man womöglich wegen der Tabellensituation die Spielweise ändert", sagt Finke. Er trainiert die Südbadener bereits im zehnten Jahr und hat noch bis 2002 einen Vertrag. Im Spiel gegen Wolfsburg will er nicht mit einer Hinhaltetaktik Jagd auf den entscheidenden Punkt machen: "Die Mannschaft soll Stärke zeigen, den Gegner beschäftigen."

Wenn es nach fünf Jahren wieder zur Teilnahme am europäischen Pokal-Wettbewerb käme, wünscht sich der Oberstudienrat vor allem eins: "Ein besseres Los." Bei ihrer Premiere auf dem internationalen Parkett zogen die Freiburger gegen den späteren Halbfinalisten Slavia Prag sofort den Kürzeren. "Wenn der SC wieder in der ersten Runde ausscheiden würde, hätten wir aber keinen Grund, uns zu schämen", sagt Volker Finke.

Schließlich hat die Mannschaft in 33 Bundesliga-Spielen "für Furore gesorgt" (Rettig). Die monetären Minimalisten stellten sogar einen Superlativ auf: Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte blieb der Klub in zehn Bundesliga-Spielen in Folge ungeschlagen. "Hier geht was. Das merkt natürlich auch die Mannschaft", sagt Rettig. Der neue Trikotsponsor - es soll sich um den Ökostrom-Anbieter NaturEnergie AG (Grenzach-Wyhlen) handeln - soll noch in dieser Woche vorgestellt werden. Die Umrüstung des Dreisamstadions beim Erreichen des Uefa-Cup-Wettbewerbs würden die Freiburger gleichfalls vorantreiben. "Wenn es klappt, gehe ich am Samstag um 17.20 Uhr mit dem Zollstock auf die Tribüne", sagt Andreas Rettig.

Das Phänomen SC Freiburg trägt für Rettig vor allem einen Namen: "Volker Finke ist der Garant des Erfolgs. Er ist für viele Spieler mehr als nur der Trainer." Im Gegenzug verrät der Trainer sein Rezept: "Ein Mindestmaß an Informationen über seine Aufgaben innerhalb der Mannschaft und das nötige Talent - dann hat kein Spieler Grund, unsicher zu sein und kann gut spielen."

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