Sport : SCC tauscht Liefke gegen einen Serben

Karsten Doneck

Berlin - Marco Liefke feiert heute Geburtstag. Er ist jetzt 32 Jahre alt. Über ein ganz spezielles Geschenk, so verriet er noch tags zuvor, würde er sich besonders freuen. Er wünschte sich „irgendwas, mit dem ich Italienisch lernen kann“. Marco Liefke denkt praktisch, er wird die Fremdsprache bald brauchen. Freitag früh hatte er in seinem Computer eine sehnsüchtig erwartete E-Mail gefunden: Der italienische Zweitligist Taviano Volley möchte den 225-maligen Volleyball-Nationalspieler vom SC Charlottenburg verpflichten, der Wechsel ist nahezu perfekt. „Ich will diese Erfahrung machen, um später mal sagen zu können: Einmal bist du auch in diesem italienischen Zirkus aufgetaucht“, sagt Liefke. Volleyball in Italien – das bedeutet immer noch den ganz großen Auftritt: Es gibt mehr zu verdienen als anderswo, das Zuschauerinteresse ist riesig, die Atmosphäre bei den Spielen südländisch.

Warum Liefke, „eine Galionsfigur bei uns“, so sein bisheriger Trainer Michael Warm, den SCC überhaupt verlässt, darüber gibt es unterschiedliche Ansichten. „Ich hatte nicht das Gefühl, dass man mich noch zu hundert Prozent wollte“, sagt Liefke. Es kursieren Gerüchte, der Klub habe ihm zur nächsten Saison die Bezüge stark reduzieren wollen. Kaweh Niroomand, Manager des SCC, ordnet die Trennung von Liefke eher ein in das Gesamtkonzept des Klubs. „Nachdem wir zuletzt zweimal die Champions League verpasst haben, haben wir uns entschlossen, einen Umbruch einzuleiten. Dazu war es nötig, drei Schlüsselpositionen neu zu besetzen: Libero, Außenangreifer und Diagonalspieler“, sagt Niroomand. Liefke besetzt die Diagonalposition.

Für Nisse Huttunen, den Libero, kommt Frank Bachmann aus Eltmann, für Matti Ollikainen wurde der griechische Nationalspieler Athanasios Panousos (33) verpflichtet. Und Liefke? Den soll nun Jovan Vukanovic ersetzen, ein 28-jähriger Serbe, der viel herumgekommen ist in seiner Sportlerkarriere. Serbien, Griechenland, Frankreich, Japan und zuletzt Tschechien lauten seine Stationen.

Für Marco Liefke ist Italien Neuland. Informationen über seinen künftigen Arbeitgeber holte er sich telefonisch bei Marcus Popp. Der deutsche Nationalspieler hat zuletzt in Taviano gespielt und konnte Liefke nur Gutes berichten. Im Groll scheidet Liefke nicht vom SCC: „Beim SCC hatte ich meine große Zeit, meine ganze Karriere wird immer am SCC festgemacht werden.“

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