Sport : Schalke - Cottbus: Energie spielt beim 0:3 nur eine Statistenrolle

Während über Gelsenkirchen die Sonne schien, brach über Cottbus ein "Sand-Sturm" herein. 0:3 hatte der Bundesligaaufsteiger FC Energie Cottbus bei Schalke 04 verloren, und alle drei Tore hatte ein Mann geschossen: Schalkes überragender Stürmer Ebbe Sand.

Bei der anschließenden Kritik an seinem Team zeigte der Cottbuser Trainer Eduard Geyer mehr Energie als zuvor der bedauernswerte Janos Matyus, der eigentlich für die Beaschung des Dänen Sand eingeteilt war. "Wenn die Zuordnung so versagt, ist es für jede Mannschaft der Welt schwer. Das ist wahrscheinlich der Qualitätsunterschied zwischen Ungarn und der Bundesliga", sagte Geyer, der seinen indisponierten Nationalspieler erst nach dem dritten Sand-Streich von seiner Aufgabe entband. Da freilich war das Spiel längst entschieden, und Geyer kommt nach der dritten Niederlage in Folge die schwere Aufgabe zu, seine Mannschaft bis zum Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt am Sonntag wieder aufzurichten.

Der Aufsteiger ließ in Gelsenkirchen jegliche Bundesliga-Tauglichkeit vermissen und wartet nach drei deutlichen Pleiten weiter auf den ersten Punkt. "Ein bisschen Mitspielen reicht nicht in der Bundesliga", schimpfte Geyer und hatte noch ein paar nette Worte für Matyus: "Der stand neben seinen Schuhen. Da muss man schon mal die Kontaktlinsen rein tun, da kann man nicht immer nur den lieben Onkel spielen." Und ein bisschen ratlos hörte sich Geyers Ausblick auf die nächsten Aufgaben schon an: "Wir haben keine großen Alternativen. Und neue Spieler zu finden, die auch finanziell zu uns passen, ist sehr schwierig."

Es sagt genug über den desolaten Auftritt der Cottbuser, dass Torhüter Tomislav Piplica noch ihr mit Abstand bester Mann war. Piplica sorgte mit Paraden gegen Sand, Asamoah und Mulder dafür, dass bei einem einigermaßen erträglichen Resultat blieb. Seine größte Tat vollbrachte der Torhüter, als er mit einem gehaltenen Elfmeter den ersten Torerfolg des vor Saisonbeginn so umstrittenen Schalker Zugangs Andreas Möller verhinderte. Dieser vergebene Elfmeter zeitigte übrigens auf Schalker Seite überraschende Wirkung: Statt Prügel von der Tribüne bekam Möller Applaus und wurde mit "Andi, Andi"-Sprechchören gefeiert. Möller: "Die Fans waren phänomenal. Ich dachte, das kann doch nicht sein. Ich weiß gar nicht, wie ich das wieder gut machen soll."

Obwohl Schalke so gut wie seit 23 Jahren nicht in die Saison gestartet ist, mahnte Möller zur realistischen Einschätzung. "Es kommen noch Gegner, die sicher um Klassen stärker sind als Köln, Rostock und Cottbus. Wir sind noch kein Spitzenteam."

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