Schalke - Nürnberg 1:1 : Mausgraues S04

Schalke und Nürnberg trennen sich 1:1 – nicht viel erinnert an die rasante Pokalpartie. Während die Nürnberger weiter in eigener Sache werben, bleibt auf Schalke die Stimmung grau.

Richard Leipold
Schalkes Trainer-Trio: Nichts sagen (Magath, r.), nichts sehen (Hollerbach), nichts fühlen (Eichkorn).
Schalkes Trainer-Trio: Nichts sagen (Magath, r.), nichts sehen (Hollerbach), nichts fühlen (Eichkorn).Foto: dpa

Der FC Schalke 04 versinkt weiter im Bundesliga-Mittelmaß. Eine Woche nach der Blamage beim Tabellenletzten Borussia Mönchengladbach reichte es gegen den 1. FC Nürnberg nur zu einem 1:1. Nach dem Gegentor von Jens Hegeler in der 37. Minute mussten die Westfalen daheim wieder einmal einen Rückstand aufholen. Raul bescherte Schalke mit dem Ausgleichstor in der stärkeren zweiten Hälfte einen Teilerfolg, der die Königsblauen aber nicht weiterbringt.

Schalke und Nürnberg begegneten sich nicht nur, wie sonst, in aller (Fan-) Freundschaft, sondern auch auf Augenhöhe. Vor dem Auftritt in der Gelsenkirchener Arena standen die Franken sogar als der um sechs Punkte bessere „Altmeister“ da. Sie fuhren nach vier Siegen in Serie selbstbewusst nach Gelsenkirchen. „Wenn wir die Leistungen der letzten Wochen abrufen, werden wir ein unangenehmer Gegner sein“, sagte Trainer Dieter Hecking. „Wir wollen weiter Werbung für den 1. FC Nürnberg betreiben.“ Das mussten die Nürnberger ohne ihren erfolgreichsten Angreifer Julian Schieber versuchen, der wegen einer Meniskusverletzung einige Wochen fehlt und in der Sturmspitze von Christian Eigler ersetzt wurde. Bei Schalke sah sich Trainer Magath veranlasst, auf den zuletzt kritisierten Farfan zu verzichten, der angeblich unter Adduktorenbeschwerden leidet. Ohne diese beiden Offensivkräfte blieben die Angriffe auf beiden Seiten in der ersten Hälfte zumeist ohne Witz und Tempo. Vereinzelte Schüsse von Raul oder Huntelaar, die einen Hauch von Gefahr hervorriefen, blieben die Ausnahme und brachten den Nürnberger Torwart Raphael Schäfer letztlich nicht in Verlegenheit.

Welch ein Unterschied zum Viertelfinale des DFB-Pokals im Januar, das viel Schwung, Spannung und eine Verlängerung geboten hatte. Das Einzige, was an die rasante Pokalpartie erinnerte, war die Tatsache, dass Nürnberg in Führung ging. Nachdem der Schalker Torhüter Manuel Neuer einen Schuss von Mehmet Ekici noch hatte abwehren können, nutzte Hegeler den Abpraller zum Führungstreffer. Kurz vor der Pause wäre es fast noch schlimmer gekommen für die einfallslosen Gastgeber. Robert Mak setzte sich auf dem rechten Flügel zwar gegen Sergio Escudero durch, einen bislang wenig berücksichtigten Verteidiger, der den Vorzug vor Schmitz erhalten hatte, verfehlte jedoch das Ziel. Aber das eine Tor Rückstand reichte, um den Anhang der Heimelf in Rage zu bringen. Ein Teil des Anhangs schickte die Schalker mit Pfiffen in die Pause und forderte lauthals: „Wir wollen euch kämpfen sehen!“

Im zweiten Durchgang hellte sich die Stimmung unter dem inzwischen grauen Himmel ein wenig auf. Erst gelang Raul der Ausgleich dank eines Nürnberger Ballverlustes, den Escudero zu einem dynamischen Vorstoß genutzt hatte. Ermuntert durch den Ausgleich kamen die Westfalen nun in Schwung – und zu einigen guten Chancen. Raul zwang Schäfer mit einem gefährlichen Kopfball zu einer großartigen Parade. Der Club geriet immer stärker in Bedrängnis. Das Schalker Hoch in der zweiten Hälfte brachte aber kein wirklich schönes Wetter, weil Schäfer auch gegen Huntelaar und Draxler glänzend parierte.

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