Sport : Schalke rückt auf

Altintop trifft beim 1:0-Heimsieg gegen Rostock

Richard Leipold

Gelsenkirchen - Kurz vor dem Anpfiff wirkten die 22 Fußballprofis, die von Beginn an spielten, wie Nebendarsteller. Während sie auf den Rasen der Arena marschierten, nahm der am meisten beachtete Spieler einen für ihn ungewöhnlichen Platz ein. Mirko Slomka, der Trainer des FC Schalke 04, hatte Kevin Kuranyi vorübergehend auf die Bank gesetzt, auf dass der formschwache Nationalstürmer seine schöpferische Pause dazu nutze, am Mittwoch in der Champions League gegen den FC Barcelona „mit Macht zurückzukommen“, wie Slomka sagte. Eine Gruppe von Fotografen konnte sich an dem Stürmer außer Diensten gar nicht sattknipsen. Kuranyi bei seiner sitzenden Tätigkeit zu beobachten, blieb für längere Zeit das begehrteste Motiv. Was seine kickenden Mitstreiter und später auch er selbst beim mühseligen 1:0 (0:0) über den Abstiegskandidaten Hansa Rostock zustande brachten, war erschreckend schwach, auch wenn Schalke in der Bundesligatabelle auf den zweiten Platz vorrückte.

Der Außenseiter aus Rostock verteidigte sein Terrain, ohne zunächst den Anspruch zu erheben, die Schalker auch in deren Hälfte zu stören. Die Heimelf wiederum kickte so einfallslos wie seit Wochen schon. Als einzigen Stürmer in vorderster Linie hatte der Trainer Sören Larsen aufgeboten, der sich zuletzt gegen Barcelona erst fußballerisch und dann verbal als Alternative zu Kuranyi empfohlen hatte. Dahinter bildeten Vicente Sanchez, Halil Altintop und der zum ersten Mal von Beginn an eingesetzte Albert Streit eine offensive Dreierreihe, die auch Mittelfeldaufgaben wahrnahm. Viel Gefahr ging von dieser Formation zunächst nicht aus. Altintop stiftete noch die meiste Unruhe. Nach der Pause nutzte der Türke eine Flanke von Streit zur Führung. Sonst gelang den Schalkern nicht viel. Es fehlte ihnen abermals an Spielwitz und Ideen.

Nach dem Tor habe seine Elf „die Angst im Nacken gehabt, dass noch etwas passieren könnte“, sagte Slomka. Bei einem Kopfball, den Neuer bravourös parierte, und dem Nachschuss von Addy-Waku Menga war der Sieg der Schalker sogar in Gefahr. Auf der Gegenseite versäumte es Kuranyi, klare Verhältnisse zu schaffen. Nach einer Stunde für Larsen eingewechselt, bekam er drei Chancen, scheiterte aber, trotz freier Schussbahn, jedes Mal am Rostocker Torwart Stefan Wächter und rechtfertigt damit die Maßnahme seines Trainers, ihn zunächst außen vor zu lassen. Slomka lobte den Stürmer dennoch: „Kevin hat zweimal nahezu perfekt abgeschlossen, aber der Torwart hat stark reagiert.“Richard Leipold

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