SCHIEDSRICHTERINNEN Der nächste Fehler : Hand ist mal erlaubt

Mehr Hand geht nicht. Bruna (rechts verdeckt) fängt im Strafraum den Ball, doch Schiedsrichterin Gaal sieht es nicht. Foto: dpa
Mehr Hand geht nicht. Bruna (rechts verdeckt) fängt im Strafraum den Ball, doch Schiedsrichterin Gaal sieht es nicht. Foto: dpaFoto: dpa

Man weiß nicht, wohin die freundliche ungarische Schiedsrichterin Gyoengyi Gaal blickte, als die 16. Minute anbrach. Dem WM-Spiel zwischen Australien und Äquatorial-Guinea dürfte ihre Aufmerksamkeit jedenfalls nicht gegolten haben, sonst hätte sie bemerken müssen, dass diejenige, die den vom Pfosten abprallenden Ball mit beiden Händen fing, nicht, wir wiederholen, nicht die äquatorial-guineanische Torhüterin Miriam war. Sondern Bruna, die Verteidigerin. So ein Handspiel eines Feldspielers im eigenen Strafraum hat im Fußball normalerweise einen Strafstoß zur Folge, und weil das Bruna nach einigen Sekunden seltsamer Verwirrtheit bewusst wurde, warf sie schuldbewusst den Ball wieder von sich. Doch der Elfmeterpfiff von Frau Gyoengyi Gaal blieb zur Überraschung aller aus – und diese Weltmeisterschaft hatte ihre nächste krasse Fehlentscheidung.

„Das ist wirklich unglaublich, was da passiert ist“, sagte TV-Expertin Silke Rottenberg. Die krasse Fehlleistung dürfte eine Schiedsrichterinnen-Diskussion auslösen, zumal auch das Spiel Deutschland gegen Nigeria unter einer dürftigen Schiedsrichterleistung litt. Es spricht für die Australierinnen, dass sie sich von der seltsamen Szene nicht beeindrucken ließen und das Spiel mit 3:2 (1:1) gewannen. Australiens Trainer Tom Sermanni wollte die Leistung der Unparteiischen nicht näher kommentieren. „Es geht nicht um die Schiedsrichterin“, sagte er, „sondern um die Art und Weise, wie wir spielen.“ Da hatten die Australierinnen vor allem in der zweiten Halbzeit ihre Überlegenheit in Tore von Emily Van Egmond und Lisa de Vanna umgewandelt. In der ersten Halbzeit hatte Leena Khamis die Matildas in Führung gebracht. Nach zwei Abwehrfehlern traf die künftige Potsdamerin Genoveva Anonma zweimal für die Afrikanerinnen. Zum Ausgleich reichte es aber nicht mehr. ben

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