Sport : Schneeforscher (X): Wie Weihnachten

Claudia Grell

Wissen Sie, was der V-Stil ist? Kennen Sie Jaromir Jagr? Und wer sind die Favoriten beim Snowboard? Der Wintersport ist vielfältig und mitunter kompliziert. In dieser Serie stellen wir Ihnen die 13 olympischen Wintersportarten vor.

Was lange dauert, wird manchmal doch noch gut. Erst im letzten Moment haben die besten deutschen Eistänzer das Ticket nach Salt Lake City ergattert. Nach der gelungenen Präsentation ihrer aktuellen Programme Ende Januar wurden die Berliner Kati Winkler und René Lohse von der Deutschen Eislauf-Union (DEU) für die Olympischen Winterpiele nominiert.

Salt Lake City 2002 Fotostrecke:
Olympische Winterspiele 2002 - erste Impressionen Während sich die restlichen deutschen Eiskunstläufer bei den Europameisterschaften in Lausanne für die Olympischen Spiele in Salt Lake City qualifizieren mussten, trainierte das beste deutsche Eistanzpaar in Oberstdorf. Dort arbeitete René Lohse an seiner körperlichen Rehabilitation, nachdem er im November einen Innenband- und Meniskusabriss im linken Knie erliten hatte. Das NOK hatte den Berlinern auch ohne Erfüllung der Qualifikationskriterien ein Olympiaticket zugesichert. Denn Kati Winkler und René Lohse sind sie die einzigen Hoffnungsträger der DEU auf einen Platz unter den ersten zehn bei den Eiskunstlaufwettbewerben.

Dass sie so kurz nach der schweren Verletzung von René Lohse doch noch auf dem Weg nach Salt Lake City sind, hat die beiden selbst "total überrascht". Doch nach dem Verletzungspech lief es für Kati Winkler und René Lohse optimal. Seit Weihnachten stehen sie wieder gemeinsam auf dem Eis. Der komplikationslose Heilungsprozess bei René Lohse hat dies nach nur sechs Wochen ermöglicht. "Wir haben alles wieder drauf und laufen im Training alle Programme durch", sagt Lohse. Das Einzige, was ihnen noch fehle, sei die Endkondition für die Kür, aber die verbleibende Zeit bis zum Start der olympischen Eistanzkonkurrenz am 13. Februar wollen sie dafür nützen. Schließlich trainieren sie wieder mit voller Belastung und ohne Schmerzen.

Dennoch haben Kati Winkler und René Lohse nach Rücksprache mit ihrem langjährigen Trainer Martin Skotnicki einige kleine Veränderungen an ihren Programmen vorgenommen. Das Risiko einer Überanstrengung des verletzten Knies von René Lohse war ihnen zu groß. Entgegen der eigentlichen Planung läuft Lohse immer noch mit der Metallschiene, die nur für die ersten zwei Wochen zur Stabilisierung vorgesehen war. "Es ist eine Kopfsache. Ich brauche sie nicht unbedingt, aber sie gibt mir Sicherheit und ich muss mich beim Laufen auf dem Eis nicht mehr um die Verletzung kümmern", sagt Lohse. Abseits der Eisfläche braucht er die Schiene schon längst nicht mehr. Als mentale Stütze aber erscheint sie ihm unabdingbar. Also hat er die Internationale Eislauf-Union (ISU) formal um die Erlaubnis ersucht, in Salt Lake City mit der Schiene laufen zu dürfen.

Die lange Verletzungspause bringt für das Berliner Paar noch ein weiteres Problem mit sich. Kati Winker und René Lohse müssen sich bei den Preisrichtern wieder zurückzumelden. "Richtig stressig und wichtig wird für uns die Trainingswoche in Salt Lake City, da die Preisrichter uns hier das erste Mal diese Saison sehen", sagt René Lohse. Das sportliche Ziel formuliert er bewusst bescheiden: "Wir wollen mindestens auf Platz sieben laufen und uns für die WM im kommenden Jahr empfehlen." Die findet auch in den USA statt. In Washington wollen die Berliner das wichtigste Jahr ihrer sportlichen Karriere krönen: mit der ersten Medaille bei einem großen internationalen Turnier.

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