Sport : Schneller, größer, breiter

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Berlin. Für das öffentlich-rechtliche Fernsehen ist die Schwimm-EM ein Riesenereignis. Nie zuvor hat es für ähnliche Veranstaltungen so umfangreiche Sendezeiten gegeben: Täglich berichten ARD und ZDF über dreieinhalb Stunden live – von 14 Uhr 03 bis 17 Uhr 43. 1987 war die Schwimm-WM in Berlin zu Gast. Auch damals hatten die Sender breit berichtet. „Aber seitdem ist Schwimmen noch interessanter geworden für die Zuschauer, und unsere technischen Möglichkeiten haben sich enorm verbessert“, sagt Jochen Sprentzel, Sportchef des Senders Freies Berlin, der für ARD und ZDF die Koordination übernommen hat. Mehr als zehn Prozent Marktanteil versprechen sich die Sender von der Übertragung der zehntägigen Wettkämpfe. Allerdings wird sie das auch „deutlich mehr als eine Million Euro“ kosten, sagt Sprentzel.

Mit insgesamt 320 Mitarbeitern sind die Öffentlich-Rechtlichen ab dem heutigen Donnerstag im Stadion an der Landsberger Allee und am Templiner See. Gleich mehrere Moderatoren der dritten Programme übernehmen die Berichterstattung, darunter Winfried Mohren vom MDR und Ralf Schott vom WDR. Ex-Profis wie der Schwimmer Christian Tröger oder die Turmspringerin Ute Wetzig kommentieren. Wie bei der Fußball-WM wird für Reporter und Gäste sogar ein eigenes gläsernes Außenstudio errichtet.

Ein Teil der Mitarbeiter muss sich um die Bilder kümmern, die die internationalen TV-Stationen aus Berlin bestellt haben, und das Programm für den ARD Hörfunk produzieren. Dann gibt es noch Reporter für die Internet-Berichterstattung. Und auch Experten für die Spezialeffekte sind dabei. „Gerade beim Schwimmen, wo die Sportler ja den Kopf meist unter Wasser haben, ist es wichtig, das Geschehen mit technischen Mitteln übersichtlicher zu gestalten“, sagt Redaktionsleiter Michael Manteuffel.

Beim Kunst- und Turmspringen zum Beispiel werden die Sprünge der Konkurrenten nebeneinander im Bild gezeigt, um Unterschiede in den Wertungen besser erklären zu können. Bei den Schwimmdisziplinen färben die Techniker für den Zuschauer die Bahnen der Favoriten oder der deutschen Sportler farbig ein. Christine-Felice Röhrs

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